Bundesparteitag CDU lehnt Urwahl über Kanzlerkandidaten ab

Die CDU hat sich auf ihrem Parteitag in Leipzig gegen eine Urabstimmung über ihren Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Besonders die Anhänger von Friedrich Merz hatten sich für eine Beteiligung der Basis starkgemacht.

CDU-Parteitag in Leipzig: Delegierte stimmen gegen Urwahl
Hendrik Schmidt/ DPA

CDU-Parteitag in Leipzig: Delegierte stimmen gegen Urwahl


Die Mehrheit der Delegierten hat beim CDU-Parteitag in Leipzig eine Urabstimmung über ihren Kanzlerkandidaten zur nächsten Bundestagswahl abgelehnt. Sie stimmten gegen entsprechende Anträge.

Traditionell hat bei der CDU der oder die Parteivorsitzende den Erstzugriff auf die Kanzlerkandidatur. Vor allem die Junge Union (JU) hatte sich jedoch für eine Urwahl starkgemacht, was auch als Affront gegen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer verstanden wurde.

Kramp-Karrenbauer hatte auf dem Parteitag am Vortag ihren Führungsanspruch bekräftigt. Eine Vorentscheidung über die Kanzlerkandidatur war das aber noch nicht (lesen Sie hier einen Kommentar dazu).

Als ihr schärfster Rivale gilt der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Er versicherte ihr in Leipzig seine Loyalität, betrachtet die Kanzlerfrage aber als offen. CSU-Chef Markus Söder hatte die Schwesterpartei ausdrücklich vor einer Urwahl gewarnt.

Videoanalyse zum CDU-Parteitag

REUTERS/DER SPIEGEL

Neben dem Urwahl-Antrag der JU lehnten die Delegierten mehrheitlich auch ähnliche Anträge mehrerer Kreisverbände ab: für einen Mitgliederentscheid oder eine Mitgliederbefragung oder eine Direktwahl des Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl durch die Mitglieder.

Möglicherweise wird die CDU bei wichtigen Personalien wie der Kanzlerkandidatur aber auch künftig auf Regionalkonferenzen setzen, wie es sie voriges Jahr im Kandidatenrennen um den Parteivorsitz gegeben hatte. Ein Antrag des Kreisverbands Ravensburg, die Mitglieder über dieses Format stärker einzubinden, wurde zur weiteren Beratung an eine Struktur- und Satzungskommission der Partei überwiesen.



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mho/dpa



insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
dirkcoe 23.11.2019
1. Gut so
sonst hätten sich am Ende noch irgendwelche jungen Menschen für die CDU interessiert. Nein, das ist nicht gewollt - der ideale Deligierte ist ein hirnloser Klatschhase. Der gesamte Parteitag hat dokumentiert - der Aufbruch geht zurück ins letzte Jahrhundert.
PeterAlef 23.11.2019
2. Das wird eine schleichende
Palastrevolte.....das wird der Söder gar nicht mögen...
freidenker97 23.11.2019
3. Applaus
@ Dirkcoe Jupp! Sie sprechen mir aus dem Herzen! Und wenn AKK dann in jedem zweiten Satz "Chancen nutzen" erwähnt hat das schon was unfreiwillig komisches. Nun ja... dann wird die CDU jetzt halt dem Schicksal der SPD folgen. Machthungrige Sesselklammerei ohne irgendwelche Einsicht...
hausfeen 23.11.2019
4. Damit ist Merz vom Tisch. Sein Plan, mit einer populistischen ...
... Propagandashow, die Parteimitglieder reaktionär aufzuwiegeln, im Vorfeld erkannt und abgeschmettert. Damit ist die erste Hürde für Söder gefallen. Ich denke, Merz wird sich jetzt Söder andienen. Er hat ja noch seinen Gestaltungsauftrag für BlackRock zu erfüllen. Für Nase haben die in nicht jahrelang üppig angefüttert.
cup01 23.11.2019
5. Zum K..... diese Partei
Starr, unflexibel, ängstlich, festgefahren. Mit dieser Partei kann nichts neues entstehen.
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