Riesenspende Internetmilliardär überweist CDU 500.000 Euro

Ralph Dommermuth ist Chef des Online-Giganten United Internet - und geht im Wahljahr unter die Großspender: Der CDU ließ er eine halbe Million Euro zukommen.

CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel
DPA

CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel


Der Internetmilliardär Ralph Dommermuth hat die CDU mit einer Großspende von 500.000 Euro bedacht. Dommermuth ist Vorstandsvorsitzender des Konzerns United Internet, der unter anderem die Marken 1&1, Web.de, und GMX unter seinem Dach vereint.

Der Bundestag muss Einzelspenden ab 50.000 Euro auf seiner Webseite veröffentlichen. Dort ist der Eingang von Dommermuths Spende auf den 23. Mai datiert.

In den vergangenen Monaten waren laut Bundestag Beträge zwischen 50.000 und 300.000 Euro an diverse Parteien gespendet worden. Die halbe Million Euro sind ein ungewöhnlich hoher Betrag. Vor Bundestagswahlen wird meist deutlich mehr gespendet als in den Jahren dazwischen.

Dommermuth gilt auch als Unterstützer der FDP. Der Unternehmer hatte 2013 die Stiftung des im vergangenen Jahr verstorbenen FDP-Politikers Guido Westerwelle mitgegründet. Laut "Südwestrundfunk" spendet er in seiner Heimat Rheinland-Pfalz regelmäßig Geld an den Liberalen-Landesverband.

Der United-Internet-Chef wurde außerdem von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in den sogenannten Steuerkreis berufen, der sich mit Innovationen in Wirtschaft und Wissenschaft beschäftigt.

Die Konkurrenz zeigte sich über die Spende wenig begeistert - ein SPD-Bundestagsabgeordneter rief auf Twitter dazu auf, 1&1-Kundenverträge zu kündigen. Was er nicht erwähnte: Auch die SPD profitiert regelmäßig von Parteispenden.

Wird Zeit alle @1und1 Verträge zu kündigen! https://t.co/e779Y3XstO

— Jens Zimmermann (@JensZimmermann1) May 26, 2017

amz/röb



insgesamt 59 Beiträge
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Seite 1
uli_san 26.05.2017
1. Solange die Spenden...
...öffentlich gemacht werden, ist nichts dagegen zu sagen. Zumal das Geld ja wohl aus der Privatschatulle des Herrn Dommermuth kommt.
G. Whittome 26.05.2017
2. Höhe von Parteispenden begrenzen!
Die Maximalhöhe von Parteispenden muss begrenzt werden - und möglichen Umgehungstricks ein Riegel vorgeschoben werden. Es kann nicht sein, dass einzelne Reiche auf diese Weise mehr Einfluss auf die Parteien ausüben als die allgemeine Bevölkerung!
rpp2012 26.05.2017
3. So what ....
Transparenz ist gewährleistet und Wahlkämpfe sind nun mal eben teuer ... und die Spezialdemokraten lassen mal wieder keinen Fettnapf aus ... es ist also auch wieder alles wie immer ... aber warum ist das überhaupt eine Meldung wert ?
pauschaltourist 26.05.2017
4.
Warum verzehnfacht man die staatliche und halbwegs transparente Wahlkampfkostenerstattung (oder wie die staatlichen Subventionen der Parteien auch immer genannt werden) und verbiete nicht rigoros alle von Privatpersonen oder Unternehmen stammende Parteispenden? Korruption, Lobbyismus und Mauscheleienjätten es um einiges schwieriger...
BoMbY 26.05.2017
5. Und was wird als Gegenleistung gefordert?
Lasst mich raten: Ein Ende jeglicher Netzneutralität und des Datenschutzes?
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