CDU-Chefposten Merkels Erben lauern schon

Seit zehn Jahren führt Angela Merkel die CDU - und ist heute unangefochten. Ihre Parteifreunde, die an ihrem Thron rütteln wollen, hat sie kaltgestellt. SPIEGEL ONLINE zeigt, wer in Lauerstellung liegt - oder zum Kronprinzen reifen könnte.

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Berlin - Angela Merkel will ihre Macht nicht teilen. "Ich hätte die Probleme als Kanzlerin nicht so bewältigt, wenn ich nicht auch Parteivorsitzende gewesen wäre", hat sie unmittelbar nach ihrem Wahlsieg im September vergangenen Jahres ungefragt erklärt. "Das wird auch so bleiben."

Es war eine klare Ansage an all jene in den Reihen der CDU, die sich insgeheim darauf vorbereitet hatten, nach einer Wahlschlappe am Parteithron zu rütteln.

Nun war die Katastrophe ausgeblieben - trotz des schlechtesten CDU-Ergebnisses seit 1949. Und Merkel konnte sich ihres Führungsanspruchs sicher sein. Sie weiß, wie wertvoll der Parteivorsitz als Quelle der Macht ist. Ihr Vorgänger im Kanzleramt, Gerhard Schröder, gab einst den Posten auf und leitete damit sein Ende als Regierungschef ein. Diesen Fehler würde die kühl kalkulierende Angela Merkel, die von sich sagt, alle Prozesse stets vom Ende her zu denken, nie machen.

An diesem Samstag ist Angela Merkel zehn Jahre CDU-Vorsitzende. Ihre Wahl auf dem Essener Parteitag im April 2000 galt als politische Sensation: So entmutigt also lag die früher so stolze rheinisch-konservative Männerpartei nach dem Spendenskandal am Boden, dass sie einer ostdeutschen Protestantin das Zepter übergab. Jene Parteifunktionäre, die darin nur eine kurze Übergangsphase zur Rekonvaleszenz sahen, mussten bald erkennen: Sie täuschten sich.

Stattdessen begann eine neue Ära. Und derzeit ist nicht abzusehen, wann die Ära Merkel enden soll. Auch wenn es rumpelt und qualmt in der schwarz-gelben Koalition. Auch wenn in der CDU Wirtschaftsliberale, Konservative und Christen immer wieder darüber stöhnen, dass Merkel auf ihrem Modernisierungskurs im vergangenen Jahrzehnt die Identität der Partei geopfert habe. Die Kanzlerin und damit auch die CDU-Chefin ist unangefochten.

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Angela Merkel: Von Kohls Mädchen zur Kanzlerin
Merkel achtet darauf, dass niemand neben ihr zu mächtig wird. "Schwarze Witwe" hat man sie einst wenig freundlich getauft und dann auf die männlichen CDU-Opfer ihres Aufstiegs verwiesen: Helmut Kohl etwa, Wolfgang Schäuble oder Friedrich Merz. Merkels Rivalen, die noch dabei sind und sich zu Höherem berufen fühlen, sind daher vorsichtig geworden.

Sie wissen, ihre Stunde ist noch lange nicht gekommen, bis 2014 müssen sie wohl durchhalten, mindestens, vielleicht noch ein paar Jahre länger.

SPIEGEL ONLINE zeigt, wer hinter Merkel in Lauerstellung bleibt - oder zum Kronprinzen reifen könnte.

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Seite 1
inqui 09.04.2010
1. ..
Merkel bleibt noch unangefochten 10 - 20 Jahre weiter im Amt. Ihr Propagandastab Burda/Springer/ Bertelsmann klappt prächtig wie ebenso dominant ihre gesponnene Seilschaft ist, führt sie Cdu und Deutschland nach SED-Manier und wie im Staatsrat klatschen alle (auch SPON) Beifall
IGIT 09.04.2010
2. Aussitzer lösen keine Probleme
@"Berlin - Angela Merkel will ihre Macht nicht teilen. "Ich hätte die Probleme als Kanzlerin nicht so bewältigt, wenn ich nicht auch Parteivorsitzende gewesen wäre", hat sie unmittelbar nach ihrem Wahlsieg im September vergangenen Jahres ungefragt erklärt. "Das wird auch so bleiben."" ++++++ Man, man, man, die Frau ist dafür berühmt und berüchtigt eine schlimmere Aussitzerin von Problemen, also Aufgaben, zu sein als Helmut Kohl und lobt sich frechweg selbst für ihre Fähigkeit Probleme lösen zu können. Wenn die Angelegenheit für Deutschland nicht so ernst bis verhängnisvoll wäre, könnte man sich ob dieser platten Eigenpropaganda vor Lachen nicht mehr einkriegen. Ich hoffe, dass Merkel-Westerwelle in NRW eine ordentliche Wahlklatsche bekommen und Merkel dann durch ein Misstrauensvotum gestürtzt wird. Alles, was diese unsägliche Frau kann, sind Machiavallismus und Täuschung des Volkes.
paretooptimal 09.04.2010
3. Politische Nobodys
Frau Merkel ist als Bundeskanzlerin schon eine Zumutung, was aber als Nachfolge ansteht sind zahnlose Papiertiger und "Hofschranzen", die keine Kanten und Ecken haben. Also politische Nobodys.
mooringman, 09.04.2010
4. Frau Merkel
Solange Frau Merkel die Medien genau so im Griff hat,wie ihre Partei,ist sie ungefährdet.Eine kritische Berichterstattung gibt es kaum noch,alle jubeln "Mutti","Madame No" und "Angie" hoch,niemand fragt nach ihrer DDR Vergangenheit und warum diese Frau alles in Griff hat. Von den anderen Parteien ist nichts zu erwarten,alle docken bei der allmächtigen CDU an.Ab und zu gibt es ein bißchen Krawall von Seehofer und Mr.Westerwave,aber dies ist nicht ernst zu nehmen.Und die Sozis würden nichts lieber,als im Schoß der Frau Merkel mit zu regieren,genau wie die Grünen. Frau Merkel muß schon richtig Mist bauen,aber vorher sitzt sie wie der Herr Kohl lieber alles aus. Und nicht mal die Taliban werden es schaffen,sie aus dem Amt zu bomben......
heuwender 09.04.2010
5. Merkels Erben..
Zitat von inquiMerkel bleibt noch unangefochten 10 - 20 Jahre weiter im Amt. Ihr Propagandastab Burda/Springer/ Bertelsmann klappt prächtig wie ebenso dominant ihre gesponnene Seilschaft ist, führt sie Cdu und Deutschland nach SED-Manier und wie im Staatsrat klatschen alle (auch SPON) Beifall
@inqui bitte nicht,vorher hat dieses Machtweib alles platt gemacht und Deutschland ist am Ar....doch bis jetzt gilt,hurra wir leben noch.Genau ,Burda-Springer und Bertelsmann ist eine besondere Art von Seilschaft.Als ehemalige FDJ Funktionärin in der DDR für Propaganda und Agitation hat unsere Angela gute Lehrmeister gehabt.
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