CDU-Machtkampf Mehrheit der Unionsanhänger favorisiert Merz

Wer kann die CDU am ehesten aus der Krise führen? Die SPIEGEL-Umfrage zeigt, dass die Anhänger der Union einen klaren Favoriten haben: Friedrich Merz. Viele sind vom Kandidatenfeld aber nicht überzeugt.
Friedrich Merz: Erfolgreicher Parteichef in spe?

Friedrich Merz: Erfolgreicher Parteichef in spe?

Foto: Felix Kästle/ DPA

Die CDU steht vor intensiven Wahlkampfwochen. Am 25. April soll ein Sonderparteitag in Berlin den nächsten Parteivorsitzenden wählen. Es wird auch eine Richtungsentscheidung über den künftigen Kurs der Partei.

Nach dem angekündigten Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer gibt es einen Dreikampf zwischen Friedrich Merz, Norbert Röttgen und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Gesundheitsminister Jens Spahn zum Parteivize machen will. (Eine Übersicht zu den Kandidaten finden Sie hier.)

Die Konkurrenten haben nun acht Wochen Zeit, die Parteimitglieder und auch die übrige Republik von sich zu überzeugen. Denn die Kandidaten lassen wenig Zweifel daran, dass sie als CDU-Parteichef auch Anspruch auf die Kanzlerkandidatur der Union erheben würden - wobei die Schwesterpartei CSU und deren Vorsitzender Markus Söder bei dieser Entscheidung mitreden wird.

Erfolgreicher Parteichef? Mehrheit der Unionsanhänger setzt auf Merz

Zunächst geht es jedoch darum, die CDU zu stabilisieren. Wem wird am ehesten zugetraut, die Christdemokraten als Vorsitzender in Zukunft erfolgreich zu führen? Laut einer aktuellen Civey-Umfrage für den SPIEGEL liegt Merz hier vor seinen Konkurrenten. Er kommt auf gut 37 Prozent Zustimmung. Laschet (knapp 22 Prozent) und Röttgen (rund 14 Prozent) folgen hinter Merz mit deutlichem Abstand.

Dass das Kandidatenfeld nicht restlos zu überzeugen vermag, lässt sich daran ablesen, dass 23,5 Prozent der Befragten keinem Bewerber zutrauen, die Zukunft der CDU erfolgreich zu gestalten. Die Daten wurden vom 25. bis 27. Februar erhoben. Die Stichprobengröße betrug 5072 Personen, der Stichprobenfehler liegt bei 2,5 Prozent.

Noch deutlicher ist Merz‘ Vorsprung unter den Anhängern der Union, also bei Personen, die beabsichtigen, bei der nächsten Bundestagswahl für CDU oder CSU zu stimmen. Hier liegt Merz mit 63 Prozent vorn, Laschet (gut 15 Prozent) und Röttgen (knapp 13 Prozent) sind weit abgeschlagen.

Noch beliebter ist Merz, Verfechter eines wirtschaftsliberalen Kurses, bei FDP-Anhängern. Und auch mehr als die Hälfte der AfD-Sympathisanten wünscht sich Merz als künftigen CDU-Parteichef. Vergleichsweise stark punkten Laschet und Röttgen dagegen bei Anhängern von SPD und Grünen.

Der statistische Fehler in dieser Umfrage liegt bei 5,4 Prozent, die Stichprobengröße betrug 5072 Personen.

Bewegung in der Sonntagsfrage

Die Entwicklungen der vergangenen Wochen haben laut der aktuellen SPIEGEL-Sonntagsfrage nur leichte Auswirkungen auf die Werte der Parteien. Im Vergleich zu Mitte Februar bewegen sich die Schwankungen aber innerhalb der Fehlertoleranz von 2,5 Prozent. Die Union kommt demnach relativ unverändert auf knapp 29 Prozent.

Auf Platz zwei liegen ebenfalls stabil die Grünen (21,5 Prozent) vor der SPD (16,1 Prozent), die im Trend leicht zulegen kann. Die AfD wiederum gibt in der Tendenz im Verglich zur letzten Auswertung Mitte Februar leicht nach: von 14,8 auf 12,3 Prozent. Bei der Linken mit gut neun und der FDP mit knapp über sechs Prozent gibt es kaum Bewegung. An der Erhebung zur Sonntagsfrage beteiligten sich im Zeitraum vom 20. bis zum 27. Februar 12.234 Personen.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey  arbeitet mit einem mehrstufigen voll automatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt (»Riversampling«), es werden also nicht nur Nutzer des SPIEGEL befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ .

ulz