CDU Hat Kohl Druck auf Lüthje ausgeübt?

Altkanzler Helmut Kohl soll seinen langjährigen Generalbevollmächtigten Uwe Lüthje angeblich dazu gedrängt haben, zu seinen Gunsten auszusagen. Lüthje soll daraufhin geantwortet haben, er werde "dieses Mal nicht lügen".


Kohl: Kein Druck auf Lüthje
DPA

Kohl: Kein Druck auf Lüthje

Berlin - Wie der "Stern" berichtet, habe Kohl Lüthje im Dezember vergangenen Jahres angerufen und von ihm verlangt, belastende Aussagen gegen ihn - Kohl - zu korrigieren. Lüthje habe entgegnet, er werde "dieses Mal" nicht lügen. Der SPD-Obmann im Untersuchungsausschuss zur CDU-Spendenaffäre, Frank Hofmann sagte der dpa am Mittwoch in Berlin, das wäre ein weiteres Indiz dafür, dass Kohl Lüthje auch schon während der Flick-Parteispendenaffäre beeinflusst habe.

Ein Sprecher von Kohl erklärte, es treffe zu, dass Kohl mit Lüthje telefoniert habe. Zu keinem Zeitpunkt habe er aber Druck auf den einstigen Generalbevollmächtigten ausgeübt. Nach Informationen des Hamburger Magazins weigerte sich Lüthje, Äußerungen vor der Parteikommission zurückzunehmen. Dort hatte er erklärt, Kohl habe ihm gelegentlich Spenden unbekannter Herkunft zur Weiterleitung auf Anderkonten übergeben. Lüthje habe in dem Gespräch mit Kohl die Beherrschung verloren und geschrieen: "Es wird nichts geändert. Und gelogen wird dieses Mal auch nicht." In den achtziger Jahren hatte Lüthje nach eigenen Angaben in der Flick- Affäre unter "Gefährdung der eigenen Existenz" zu Gunsten von Kohl falsch ausgesagt.

Uwe Lüthje (Archivbild 1991)
AP

Uwe Lüthje (Archivbild 1991)

Der Kohl-Sprecher sagte, Anlass für das Telefonat sei der vom damaligen CDU-Chef Wolfgang Schäuble und den CDU-Wirtschaftsprüfern versandte Fragebogen zum Thema Parteispenden gewesen. In Lüthjes Antwort heiße es, dass er Spenden, die er meistens von dem ehemaligen CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep, gelegentlich aber auch von Kohl bekommen habe, an den damaligen CDU-Steuerberater Horst Weyrauch zur Verbuchung auf Anderkonten weitergeleitet habe. "Das steht im Einklang mit den Aussagen, die Kohl gegenüber den Wirtschaftsprüfern der CDU gemacht hat", sagte der Sprecher. Das Telefonat sei in ausschließlich sachlicher und harmonischer Atmosphäre verlaufen.



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