CDU in Schleswig-Holstein Gegensätzliche Umfragen zur Landtagswahl

Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl gibt es unterschiedliche Vorhersagen. Bei einem Umfrageinstitut liegt die CDU mit derzeit 40 Prozent im Aufwärtstrend, bei einem anderen mit 34 Prozent im Abwärtstrend. Gefragt von SPIEGEL ONLINE, waren sich beide Institute einig: Die nächsten drei Wochen sind entscheidend.


Kiel - Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der "Lübecker Nachrichten" und der "Woche" legt die Union einen Prozentpunkt zu und kommt auf 40 Prozent. Dagegen bricht die Partei laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks ein und erhält nur noch 34 Prozent der Stimmen.

[M] DPA
Auf die Frage, ob der Trend bei der CDU noch einmal umschlägt, sagte Reinhard Schlinkert, der Geschäftsführer von Infratest dimap, gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Wenn sich die bundespolitische Stimmung in den nächsten drei Wochen drastisch ändern sollte, dann könnte man sich auch vorstellen, das sich in Schleswig-Holstein etwas ändert. Das ist aber nicht zu erwarten".

Schlinkerts Kollege von Forsa, Manfred Güllner, sieht das anders: Die Hektik beim Meinungsprozess sei sehr groß. Jeden Tag könnten sich die Ergebnisse ändern. Daraus ergäben sich auch die unterschiedlichen Ergebnisse der beiden Umfragen, sagte Güllner im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Die Forsa-Umfrage sei ein paar Tage später erhoben worden als die von Infratest dimap. Auch rein statistisch sei eine Fehler-Marge von drei Prozentpunkten nicht ungewöhnlich. Das könnte die scheinbar drastische Diskrepanz von sechs Prozentpunkten erklären. "Es ist nur ein bisschen blöd, dass die beiden Ergebnisse am gleichen Tag veröffentlicht wurden."

Das Ergebnis der Wahlen am 27. Februar werde vor allem davon abhängen, ob es der CDU gelingt, bis dahin Landesthemen in den Vordergrund zu bringen. Ohne die CDU-Affäre hätte die SPD nach Güllners Ansicht keine Chance in Schleswig-Holstein. Es gebe Anzeichen dafür, dass es der CDU inzwischen gelungen sei, teile ihrer frustrierten Wählerschaft wieder zu mobilisieren.

Laut der Forsa-Umfrage sinkt die SPD in der Wählergunst um einen Prozentpunkt auf 42 Prozent. Bei der Umfrage von Infratest dimap legen die Sozialdemokraten zu und erhalten 45 Prozent. Beide Umfragen sehen die FDP mit sechs und acht Prozent sicher im schleswig-holsteinischen Landtag. Um den Einzug in das Landesparlament bangen müssen aber die Grünen. Bei Forsa rutscht die Öko-Partei mit vier Prozent aus dem Parlament. Bei Infratest dimap verlieren die Grünen einen Prozentpunkt und erhalten fünf Prozent. Forsa befragte Ende Januar 1013 Wahlberechtigte, Infratest dimap 1000.



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