CDU-Krise Von Beust fordert Merkel-Basta

Vertrauensschwund für das schwarz-grüne Bündnis in Hamburg. Laut einer aktuellen Umfrage würde die Regierungskoalition ihre absolute Mehrheit verlieren - wenn die Grünen sich mit der SPD verbünden würden. Bürgermeister von Beust forderte von der Kanzlerin, sie müsse "auf den Tisch hauen".

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust: "Mit der Faust auf den Tisch hauen"
dpa

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust: "Mit der Faust auf den Tisch hauen"


Hamburg - Als erstes schwarz-grünes Bündnis auf Landesebene hat die Regierungskoalition in Hamburg Vorbildcharakter. Doch bei den Wählern verliert sie weiter an Zustimmung. Laut einer Umfrage für die Zeitungen "Bild", "Bild am Sonntag" und "Die Welt" kommt Schwarz-Grün unter Führung von Bürgermeister Ole von Beust in der Hansestadt nur noch auf 47 Prozent.

Würden sich die Grünen aber mit der SPD verbünden, kämen sie demnach zusammen auf 50 Prozent, wenn am Sonntag Bürgerschaftswahl wäre.

Der Umfrage zufolge verliert vor allem die CDU an Zustimmung. Sie käme demnach nur noch auf 36 Prozent und würde im Vergleich zur Bürgerschaftswahl 2008 6,6 Prozentpunkte einbüßen. Die SPD dagegen würde sich von 34,1 Prozent auf 39 Prozent verbessern.

Bereits im April war die CDU in Hamburg in einer Umfrage erstmals seit 2002 hinter die SPD zurückgefallen.

Die Grünen kamen bei der aktuellen Umfrage auf 11 Prozent würden damit im Vergleich zur Wahl 2008 (9,6 Prozent) zulegen. Die Linke liegt in der Hansestadt aktuell bei 6 Prozent, die FDP bei 5 Prozent.

Bürgermeister Beust forderte derweil von Kanzlerin Angela Merkel in der Bundespolitik mehr Führungsstärke. In der Politik müsse man "auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen", sagte der CDU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung".

"Wenn ein Minister offenkundig illoyal ist, wäre es klug, ihn rauszuschmeißen", meinte Beust. Dann müsse die Kanzlerin sagen: "Ich bin der Kapitän an Bord. Ich habe jetzt drei Mal gemahnt, nun fliegst du raus." Er schätze den nüchternen Stil der Kanzlerin, sagte Beust. "Aber manchmal braucht Politik Symbole." In der Koalition sollte jeder wissen, dass er ein Risiko eingehe, "wenn er wieder losschnattert".

Beust kritisierte zugleich eine soziale Schieflage beim Sparpaket der Bundesregierung. Wenn man unten kürze, aber oben nicht, führe das logischerweise zu Unverständnis. "Also wäre es anders klüger gewesen."

mmq/ddp/Reuters



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Seite 1
kdshp 08.07.2010
1. aw
Zitat von sysopVertrauensschwund für das schwarz-grüne Bündnis in Hamburg. Laut einer aktuellen Umfrage würde die Regierungskoalition ihre absolute Mehrheit verlieren - wenn die Grünen sich mit der SPD verbünden würden. Bürgermeister von Beust forderte von der Kanzlerin, sie müsse "auf den Tisch hauen". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,705275,00.html
Hallo, kann die frau merkel (CDU) doch gar nicht also mal "auf den Tisch hauen"! Seit der regieung aus schwarz-gelb hat die frau merkel doch scheinbar nix mehr im griff und jeder macht was ER will. Im prinzip macht herr von Beust genau das was ER selber kritisiert ER geht damit an die öffentlichkeit. So sagt ER (aus dem spon artikel): "Wenn ein Minister offenkundig illoyal ist, wäre es klug, ihn rauszuschmeißen", meinte Beust. Dann müsse die Kanzlerin sagen: "Ich bin der Kapitän an Bord. Ich habe jetzt drei Mal gemahnt, nun fliegst du raus." Er schätze den nüchternen Stil der Kanzlerin, sagte Beust. "Aber manchmal braucht Politik Symbole." In der Koalition sollte jeder wissen, dass er ein Risiko eingehe, "wenn er wieder losschnattert". Ja frau merkel als erstes schneißen sie mal herrn westerwelle (FDP) raus also als minister. ER hat ja mit der spätrömischen dekadenz debatte den stein ins rollen gebracht.
knödlfriedhof 08.07.2010
2. soso
sollte es also doch noch einer wagen die Meinung zu sagen ( obwohl das in der Merkelschen Truppe unwahrscheinlich ist, weil alle... na ich wills mal so sagen die Ohren eng anliegend haben, um wiederstandslos dahin zu kommen, wo die Sonne nicht scheint ) dann soll er rausgeschmissen werden !? Einfach genial ;) Die CDU sollte lieber schleunigst kapieren, dass sie nicht durch Methoden die manche bei der FDJ gelernt haben zu alter Stärke zurück finden kann, sondern das die Basis und ( ehemalige ) Stammwähler wieder eine Rolle in der Gestaltung der Politik spielen muß\müssen. Ein erster positiver Schritt wäre in meinen Augen der " Totengräberin der CDU " ähh... Kanzlerin den Parteivorsitz zu entziehen ähh... sie von diesem Amt zu entlasten.
zeitmax 08.07.2010
3. Na geil, sowas fordert man dann per Öffentlichkeit,
Zitat von sysopVertrauensschwund für das schwarz-grüne Bündnis in Hamburg. Laut einer aktuellen Umfrage würde die Regierungskoalition ihre absolute Mehrheit verlieren - wenn die Grünen sich mit der SPD verbünden würden. Bürgermeister von Beust forderte von der Kanzlerin, sie müsse "auf den Tisch hauen". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,705275,00.html
...vielleicht weil man ja eh weiß, daß man als Parteimitglied im Vorruhestand nicht mehr ernst genommen wird? Da ist ein toller Haufen geworden, diese CDU. Wählbar sind die alle nicht mehr !
Peter Sonntag 08.07.2010
4. Die Grünen bringen's nicht
Zitat von sysopVertrauensschwund für das schwarz-grüne Bündnis in Hamburg. Laut einer aktuellen Umfrage würde die Regierungskoalition ihre absolute Mehrheit verlieren - wenn die Grünen sich mit der SPD verbünden würden. Bürgermeister von Beust forderte von der Kanzlerin, sie müsse "auf den Tisch hauen". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,705275,00.html
Die Vergangenheit zeigt doch, dass die Grünen jede Koalition ruinieren - also lieber nicht ! In Hamburg warten wir jetzt erst einmal die Volksabstimmung über die Einheitsschule ab ("Gemeinsam lernen"). Im Falle einer Ablehnung hätte der Freiherr ausregiert.
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