Nordrhein-Westfalen CDU-Landesgruppe erhöht Druck auf Röttgen

Norbert Röttgen will seine bundespolitischen Ambitionen offenbar nicht dem Wahlkampf opfern. Doch jetzt fordern seine Kollegen in Nordrhein-Westfalen von ihm ein klares Bekenntnis zur Landespolitik - nur so ließen sich die Siegchancen der CDU verbessern.
Chef der NRW-CDU Röttgen (Archivbild): Will SPD-Kandidatin Hannelore Kraft herausfordern

Chef der NRW-CDU Röttgen (Archivbild): Will SPD-Kandidatin Hannelore Kraft herausfordern

Foto: dapd

Köln/Berlin - Norbert Röttgen hält sich eine Entscheidung über seine Zukunft weiter offen. Weder eine Rolle als Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag noch eine Rückkehr nach Berlin schließt der Bundesumweltminister für den Fall einer Niederlage bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen aus. Jetzt erhöht die CDU-Landesgruppe im Bundestag den Druck auf ihren Spitzenkandidaten, ungeachtet des Wahlausgangs in Düsseldorf zu bleiben. Das schreibt der "Kölner Stadt-Anzeiger" in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf Teilnehmer der Landesgruppen-Sitzung am Montagabend.

Demnach haben sich die Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach, Jürgen Herrmann und Willi Zylajew für einen kompletten Wechsel Röttgens in die Landespolitik ausgesprochen. Bosbach sagte während der Sitzung, es werde bei der Landtagswahl am 13. Mai ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben, und es werde die Siegchancen der CDU entscheidend verbessern, wenn sich der Spitzenkandidat und CDU-Landesvorsitzende zuvor vorbehaltlos für Nordrhein-Westfalen entscheide. Dies hat Röttgen bisher nicht getan und damit in der CDU viel Kritik geerntet.

Herrmann erklärte, er habe sich im Jahr 2010 für Röttgen als CDU-Landeschef starkgemacht und erwarte nun, dass dieser sich ohne Wenn und Aber auf das Land einlasse. Teilnehmern der Landesgruppen-Sitzung zufolge gab es niemanden, der eine andere Auffassung vertreten habe, schreibt die Zeitung.

An Röttgens Haltung konnte laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" (BamS) bislang selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nichts ändern. Röttgen will demnach zwar nicht ausschließen, auch als Oppositionsführer in Nordrhein-Westfalen zu bleiben, er will sich die Entscheidung jedoch bis nach der Wahl am 13. Mai offen halten.

Vor ein paar Tagen ist in Nordrhein-Westfalen die rot-grüne Minderheitsregierung geplatzt. Norbert Röttgen, Chef der NRW-CDU, hat daraufhin erklärt, die Sozialdemokratin Hannelore Kraft herausfordern und Ministerpräsident werden zu wollen. Doch diskutiert wird seitdem vor allem darüber, was er tut, wenn er es nicht wird.

bos/dpa/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.