CDU-Landesvorsitz Laschet buhlt mit Rüttgers-Schelte um Gunst in NRW

Armin Laschet müht sich bei seiner Bewerbung für den CDU-Vorsitz in Nordrhein-Westfalen um Abgrenzung zu Wahlverlierer Jürgen Rüttgers. "Wir dürfen nicht so tun, als wären wir eine bessere SPD", sagte Laschet. Sein möglicher Kontrahent Röttgen schart lieber Unterstützer um sich.

Politiker Laschet, Rüttgers (im Hintergrund): Abgrenzung zum Arbeiterführer
dpa

Politiker Laschet, Rüttgers (im Hintergrund): Abgrenzung zum Arbeiterführer


Dortmund - Jürgen Rüttgers ist nach der Schlappe bei der Landtagswahl im Mai nicht sonderlich beliebt in Nordrhein-Westfalen. Armin Laschet, der sich nun anschickt, Rüttgers' Nachfolge als Vorsitzender der CDU im bevölkerungsreichsten Bundesland zu werden, müht sich nun um klare Abgrenzung zum einstigen Ministerpräsidenten. In einem Interview mit den "Ruhr Nachrichten" kritisierte er den Regierungsstil Rüttgers'. "Wir dürfen anderen Parteien nicht nachlaufen. Wir dürfen nicht so tun, als wären wir eine bessere SPD oder eine 'Arbeiterpartei'", sagte Laschet. Rüttgers hatte sich selbst während seiner Amtszeit gern als "Arbeiterführer" bezeichnet und damit auch Sympathien in der einstigen SPD-Hochburg Nordrhein-Westfalen erworben.

Wer den Landesvorsitz von Jürgen Rüttgers übernimmt, ist noch unklar. Laschet hatte am Freitag seine Kandidatur angekündigt. Doch ob er einen Konkurrenten bekommt, steht noch nicht fest. Als Kontrahent wird Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gehandelt, der sich aber noch nicht offiziell zu einer Bewerbung bekannt hat.

Sollte es mehr als einen Kandidaten geben, ist eine Befragung der 160.000 Mitglieder des stärksten CDU-Landesverbands geplant. Bis zum 30. August können sich weitere Bewerber melden. Der Wahlparteitag wird am 2. Oktober stattfinden, wenn nur Laschet kandidiert. Bei einer Kampfkandidatur mit vorheriger Mitgliederbefragung ist der 6. November der Tag der Entscheidung.

Röttgens Fürsprecher formieren sich

Doch bisher schweigt Röttgen. Seine Strategie scheint eher: Unterstützer sammeln. So haben sich schon mehrere CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen für eine Kandidatur Röttgens ausgesprochen. "Für die CDU in Nordrhein-Westfalen wäre es gut, wenn es eine Auswahl gäbe", sagte der ehemalige CDU-Generalsekretär und heutige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Ruprecht Polenz, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Und in dem Moment, wo sich ein Weiterer zur Kandidatur entschließt, wird es eine Mitgliederbefragung geben. Erst dann werden die Karten gemischt."

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg schloss sich dem an: "Ich würde mir wünschen, dass Röttgen kandidiert. Der Beste soll Landesvorsitzender werden. Und ich finde es immer schön, wenn es in der Landespartei mehr als eine Wahl gibt." Bei einer Mitgliederbefragung hätte die Union damit "zwei sehr gute Optionen".

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff: "Man kann so ein Talent wie Röttgen nicht einfach laufen lassen und sagen: Du kannst nichts mehr machen", sagte er.

Laschet strebt auch Posten als Bundes-Vize an

Doch auch Laschet hat Fürsprecher in der CDU. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Ralf Brauksiepe, zieht ihn vor: "Ich halte die Düsseldorfer Lösung für richtig."

Laschet will als Landesvorsitzender den Einfluss der NRW-CDU auf den Kurs der Union stärken. "Ich habe den Anspruch, mit meiner Kandidatur die NRW-CDU wieder zur christdemokratischen Denkfabrik auch für die Bundes-CDU zu machen", sagte er. Er deutete an, dass er als NRW-Vorsitzender Anspruch auf einen Posten als Bundes-CDU-Vize erheben wolle: "Üblicherweise war das so." Über die Frage sei aber noch nicht entschieden worden. Sollte Röttgen ebenfalls für den NRW-CDU-Vorsitz kandidieren, werde man "das fair austragen".

Laschet kritisierte auch die Bundesführung der CDU, ohne Namen zu nennen: "Wir müssen konkrete politische Entscheidungen wieder stärker aus unseren Grundwerten begründen, statt sie als alternativlos darzustellen. Das ist in der Vergangenheit, etwa in der Bankenkrise, zu häufig geschehen."

ffr/dpa/ddp



insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
cdu-altwähler 09.08.2010
1. Ali Laschet - Röttgen
Gottseidank leben wir in einer Demokratie. Es ist aber unverständlich, dass die CDU nicht begreift, dass solche Leute wie ein Herr Laschet, die uns die nationale Identität nehmen wollen, nicht an exponierte Stellen gehören. Die von ihm zu vertetende unsägliche Integrationspolitik sind ein wesentlicher Beitrag zu Rüttgers Scheitern. Diese linke Figur, die bewusst Politik gegen die eigene deutsche Bevölkerung macht, gehört in eine andere Partei. Solange Leute dieses Schlages die CDU verteten, wird ein Wiedererstarken nicht möglich sein. Ich vermute auch, dass Leute wie Röttgen, die sich einen modernen Anstrich geben und nicht so viel dummes Zeug von sich geben, die Sache auch nicht nach vorne bringen werden.
bikesilversurfer 09.08.2010
2. Der weitere Niedergang der CDU
Mit Laschet an der Spitze der NRW CDU wundert es mich nicht, dass die CDU weiter Stimmen verlieren wird. Laschet macht in erster Linie Politik für moslemische Zuwanderer und nicht für die einheimische Bevölkerung in NRW. Er wäre vielleicht der richtige Mann für die Grünen oder Linken oder ähnlich geartete verblendete Identitätshasser aber nicht für die CDU.
neuesausderanstalt 09.08.2010
3. Verdrängungsstrategie der CDU
Die CDU kann sich drehen und wenden wie sie möchte - sie bleibt gerade wegen ihrer Politik auf Absteigerniveau. Die Wähler sind dieses Spiel des Postengeschachers unter den Parteisoldaten leid. Auch der Streit um die Verlängerung der AKW-Laufzeiten, ist ein stichhaltiger Beweis dafür, für wen diese Partei Politik macht - nicht für das Volk - sondern für die Wirtschaft und Banken. Dafür wird auch gerne in Kauf genommen, dass jeder einzelne Bürger - also unsere Leistungsträger, ohne die es keinen Wohlstand gäbe, von der Wirtschaft bis auf die Knochen ausgebeutet und abgezogen wird. Auch ein Herr Laschet wird keine Bereicherung für NRW sein.
la borsa, 09.08.2010
4. Der Bürger will Orientierung
Zitat von sysopArmin Laschet müht sich bei seiner Bewerbung für den CDU-Vorsitz in Nordrhein-Westfalen um Abgrenzung zu Wahlverlierer Jürgen Rüttgers. "Wir dürfen nicht so tun, als wären wir eine bessere SPD", sagte Laschet. Sein möglicher Kontrahent Röttgen schart lieber Unterstützer um sich. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,710805,00.html
Wikipedia:"Der Konservatismus als geistig-politische Strömung in Europa ist in seinem Kern eine politische Ordnungslehre, die ihre Wurzeln in mittelalterlichen und christlichen Ideen hat. Der Konservatismus geht davon aus, dass es eine der menschlichen Vernunft vorgegebene göttliche Ordnung gibt, deren Grundzüge sich vor allem in der Idee eines ewigen, transzendent verbürgten und unantastbaren Rechts ausdrückten (Naturrecht/Göttliches Recht). Dem Prinzip der radikalen Neuerung („Avantgarde“) wird der Gedanke einer politischen und geistigen Kontinuität und einer Orientierung an bewährter, historisch gewachsener Tradition gegenüberstellt." Daraus ergeben sich Fragen über Fragen. Was ist mit der Sicherungsverwahrung. Was ist mit dem Vorrang der Familie vor Patchworks. Was ist mit der Ausgestaltung des Freiheitsbegriffs. Was ist mit der Elitebildung (Abitur muss wieder Abitur sein)? Was ist mit der Pflicht auf Alimentation der Bürger, die dem Wettbewerb in unserer Gesellschaft nicht gewachsen sind (Bürgergeld). Was ist mit der göttlichen Ordnung in einer liberalen Gesellschaft (Gibt es den muslimischen Gott). Wodurch unterscheidet sich denn die CDU wirklich von der SPD. Laschet muss jetzt Klartext reden, damit der Bürger weiß, wo er mit der CDU drann ist. Das Regieren von einer unverbindlichen Mitte aus, die schnell verkommt zu einer platten Vernünftelei, kommt beim Wähler nicht mehr. Der Bürger will Orientierung.
kdshp 09.08.2010
5. aw
Zitat von sysopArmin Laschet müht sich bei seiner Bewerbung für den CDU-Vorsitz in Nordrhein-Westfalen um Abgrenzung zu Wahlverlierer Jürgen Rüttgers. "Wir dürfen nicht so tun, als wären wir eine bessere SPD", sagte Laschet. Sein möglicher Kontrahent Röttgen schart lieber Unterstützer um sich. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,710805,00.html
Hallo, echt witzig und das mit "Wir dürfen nicht so tun, als wären wir eine bessere SPD" war wohl auch wink an frau merkel und ihrerm ankommen der CDU in der MITTE.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.