CDU Müller will nicht Parteivize werden

Wenn Saarlands Ministerpräsident Peter Müller kandidiert hätte, wäre es auf dem CDU-Parteitag zu einer Kampfabstimmung um die vier Vizeposten gekommen. Und da wollte er "keine Schwierigkeiten machen", begründete Müller seine Entscheidung. Unwohl ist ihm aber mit der neuen CDU-Spitze: Er fürchte, sie spiegele nicht das Gesamtbild der Union wider.


Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) will sich auf dem CDU-Bundesparteitag in Essen in der kommenden Woche nicht um den Posten eines stellvertretenden Parteivorsitzenden bewerben. Müller sagte am Mittwoch im SWR, er stehe als Stellvertreter nicht zur Verfügung. Als Begründung nannte er: "Ich möchte dem Risiko aus dem Wege gehen, möglicherweise dem einen oder anderen, der künftig Wahlkämpfe zu führen hat, Schwierigkeiten über meine Kandidatur bei der Wahl der Stellvertreter zu machen."

Peter Müller murrt
DPA

Peter Müller murrt

Für die vier Stellvertreterposten gibt es bislang vier Bewerber: der zurzeit im Wahlkampf stehende nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Jürgen Rüttgers, der niedersächsische CDU-Oppositionsführer Christian Wulff, der bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein gescheiterte CDU-Spitzenkandidat Volker Rühe und die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan.

Zu der sich damit abzeichnenden neuen CDU-Spitze unter der designierten Vorsitzenden Angela Merkel und dem CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz sagte Müller in der Wochenzeitung "Die Woche", er fürchte, sie spiegele nicht die Gesamtheit der Union wider. "Es fehlt das konservative und das christlich-soziale Element", sagte er. Er mahnte seine Partei, auch in Zukunft das national-konservative Lager einzubinden.



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