Frauen in der CDU Röttgen will Parteiämter paritätisch besetzen

Norbert Röttgen spricht sich dafür aus, Ämter, Gremien und Funktionen in der CDU paritätisch zu besetzen. Die Partei müsse zeigen, dass Frauen in "angemessener Weise" vertreten würden, sagte der Kandidat für den Unionsvorsitz.
Norbert Röttgen: "Ich bin der einzige Kandidat, der das so klar sagt"

Norbert Röttgen: "Ich bin der einzige Kandidat, der das so klar sagt"

Foto: Michael Kappeler/ DPA

Norbert Röttgen, Kandidat für den CDU-Chefposten, hat sich offen für eine paritätische Besetzung aller Ämter, Gremien und Funktionen in der Partei gezeigt. "Ich glaube, dass die CDU unbedingt darauf angewiesen ist, zu zeigen, zu beweisen, dass Frauen bei uns in angemessener Weise - und das ist paritätisch, denn die Bevölkerung besteht zur Hälfte aus Frauen und Männern - vertreten sind in den Ämtern, in den Gremien, in den Funktionen", sagte Röttgen im Gespräch mit dem Fernsehsender RTL/n-tv.

Er kritisierte die anderen Kandidaten Friedrich Merz und Armin Laschet für ihre Haltung zum Thema. "Ich bin der einzige Kandidat, der das so klar sagt, ich finde da ist auch Klarheit geboten", sagte er. Merz lehne sie "eher ab", Laschet sage "noch gar nichts" dazu. "Ich finde, in so einer überschaubaren Frage sollte ein CDU-Vorsitzender eine klare Position haben", sagte er.

CDU hatte sich im Juli auf einen Kompromiss zur Frauenquote geeinigt

Die CDU möchte im Dezember ihren neuen Vorsitzenden wählen. Als Favoriten gelten Merz und Laschet. Eigentlich sollte die Wahl bereits im April stattfinden, wegen der Coronakrise wurde der Parteitag, der in Stuttgart stattfindet, aber in den Dezember verlegt.

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Über eine Frauenquote in der Union streitet die Partei seit Monaten. Im Juli hatte sich die Struktur- und Satzungskommission der CDU auf einen Kompromiss geeinigt: Demnach soll es ab dem Jahr 2021 eine Frauenquote von 30 Prozent für Vorstandspositionen ab Kreisebene geben. Die Quote soll dann schrittweise steigen, und schließlich ab 2025 bei 50 Prozent liegen. Über den Vorschlag muss der Parteitag noch entscheiden. Merz arbeitet bereits an einer Alternative, schrieb die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" wenige Tage nach der Kompromissfindung.

"Er reicht aber nicht, um mehr Frauen für die CDU zu gewinnen."

Norbert Röttgen über den Kompromiss zur Frauenquote in der Union

Röttgen unterstützte den gefundenen Kompromiss, sagte aber auch: "Er reicht aber nicht, um mehr Frauen für die CDU zu gewinnen." Die CDU müsse "die besonderen Belange von Frauen thematisch und in der Parteiarbeit zu einem dauerhaften Schwerpunkt machen". Ganz wichtig dabei sei die Vereinbarkeit von Familie sowohl mit Beruf als auch mit ehrenamtlicher Parteiarbeit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich im vergangenen Jahr erstmals öffentlich für die "Parität der Geschlechter" ausgesprochen. In einem Interview mit der "Zeit " sagte sie: "Nicht erst als Bundeskanzlerin, schon als Physikerin habe ich mit vielen Männern zusammengearbeitet. Parität in allen Bereichen erscheint mir einfach logisch." Im Juni dieses Jahres sagte sie, man sei ein "gutes Stück vorangekommen", aber "längst noch nicht da, wo wir sein wollen: Parität ist das Ziel".

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