CDU-Parteitag Eklat bei Debatte über Hohmann-Ausschluss

Zwischenfall beim CDU-Parteitag: Bei der Debatte über den Ausschluss des CDU-Abgeordneten Martin Hohmann aus der Unionsfraktion ist es zum Eklat gekommen. Der stellvertretenden CDU-Vorsitzende Rüttgers ging den Delegierten Lennartz in ungewöhnlicher Schärfe an. Dieser hatte zuvor den Fraktionsausschluss scharf kritisiert.


Leipzig - "Gott sei Dank ist dies ihr letzter Parteitag", rief der sichtbar erregte Jürgen Rüttgers dem Redner zu. "Ich will mit solchen Leuten wie Ihnen nicht in einer Partei sein", ergänzte er. Nicht zu Unrecht habe der CDU-Landesverband Nordrhein-Westfalen, dem Rüttges vorsteht, den aus NRW stammenden Leo Lennartz für den nächsten Parteitag nicht mehr zum Delegierten gewählt.

Lennartz sagte, beim Ausschluss Hohmanns sei ein Klima der Vorverurteilung erzeugt worden. "Der Betroffene hatte nicht die Chance eines fairen Verfahrens." Das Ausschlussverfahren könne er nicht akzeptieren. "Niemand hat sich für sein Denken zu rechtfertigen", und: "Die Gedanken sind frei". Während des Redebeitrags von Lennartz riefen mehrere Delegierte "Aufhören, Aufhören".

CDU-Chefin Angela Merkel hatte in ihrer Rede den Hohmann-Ausschluss erneut verteidigt. Die CDU dürfe bei der Verteidigung ihrer Werte keine Selbstzweifel aufkommen lassen.



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