Grußwort auf CDU-Parteitag Söder wünscht sich Optimismus wie bei den Grünen

Die AfD bekämpfen, mit sich selbst ins Reine kommen und eine grüne Mehrheit verhindern: CSU-Chef Markus Söder hat auf dem CDU-Parteitag skizziert, wie er sich den Machterhalt für die Union vorstellt.
"Keine schlechte Show": CSU-Chef Markus Söder in Leipzig

"Keine schlechte Show": CSU-Chef Markus Söder in Leipzig

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

"Mit solchen Leuten macht man nichts, sondern man bekämpft sie." Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat auf dem Parteitag der Schwesterpartei eine deutliche Abgrenzung gegenüber der AfD gefordert. Die Partei sei für ihn nicht nur ein Gegner, sondern ein "Feind".

Die AfD vertrete ein völlig anderes Weltbild: "Die wollen nicht zurück in die Siebzigerjahre, die wollen zurück in die Dreißigerjahre", sagte Söder. Er warnte die Union nachdrücklich davor, mit der AfD zusammenzuarbeiten oder ihre Positionen zu kopieren. Dies hätte "tief in der bürgerlichen Mitte erhebliche Substanzverluste" zur Folge.

Spott für die SPD, Lob für die Grünen

Hart ins Gericht ging Söder auch mit dem Koalitionspartner: "An der SPD kann man die Dauerdepression ja geradezu spüren", spottete er in seinem Grußwort. "Lädt man jemanden zu sich nach Hause ein, von dem man weiß, dass er den ganzen Abend jammert?"

Blieben noch die Grünen. Mit denen könne er sich grundsätzlich zwar eine Zusammenarbeit vorstellen, bei Wahlen seien sie derzeit aber Hauptkonkurrent für die Union. Es sei Aufgabe der Union, klarzumachen, dass die Grünen "kein bürgerliches Angebot" machten, sondern sich "knallhart" nach links orientierten, wie nach der jüngsten Wahl in Bremen zu sehen gewesen sei. Ziel der Union müsse es sein, den Aufstieg der Grünen zur stärksten Partei zu verhindern.

Dennoch könnte die Union von den Grünen lernen, wie sie Menschen begeistern könne. In dieser Hinsicht lieferten die Grünen derzeit "keine schlechte Show". Daran könne sich die Union - trotz aller inhaltlicher Differenzen - orientieren: Wenn es um Optimismus gehe, müsse sich nun wieder die Union den Bürgern als "erste Adresse" empfehlen und internen Streit hinter sich lassen.

Auf die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer - die am Vortag die Machtfrage gestellt und ihren Rückzug angeboten hatte - ging Söder in seiner Rede kaum ein. Er sagte lediglich: "Die Annegret macht einen tollen Job als Verteidigungsministerin."

Für seinen rund 40-minütigen Auftritt bekam Söder viel und lange Applaus. Die CDU-Chefin dankte Söder daraufhin dafür, dass die Schwesterparteien ihre Streitigkeiten der vergangenen Jahre beigelegt hätten. Die Ovationen für Söder bezeichnete sie als "verdient". Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sprach von einem "coolen Auftritt" des CSU-Chefs.

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