CDU-Parteitag Merkel rechnet mit 80 Prozent

Mit der Wahl Angela Merkels will die CDU auf ihrem Parteitag den Weg zum Neuanfang machen. Mit Spannung wird erwartet, wie hoch die Zustimmung der Delegierten für Angela Merkel als Parteichefin sein wird. Merkel selbst gibt sich bescheiden und rechnet mit einem "ehrlichen Ergebnis".


Mit voller Zuversicht in den Parteitag: Angela Merkel
AP

Mit voller Zuversicht in den Parteitag: Angela Merkel

Essen - Die designierte CDU-Vorsitzende Angela Merkel rechnet bei ihrer Wahl am Montag auf dem Bundesparteitag in Essen mit etwa 80 Prozent. Sie fühle sich gut, sagte sie am Montag vor Beginn des Kongresses dem Nachrichtensender N24. Im Laufe des Tages werde ihre Nervosität aber wohl noch zunehmen.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Volker Rühe hat Angela Merkel als die beste Besetzung für die Parteispitze in der jetzigen Lage der Christdemokraten bezeichnet. Sie sei "einfach die Richtige" gewesen, sagte Rühe am Montag im ARD-"Morgenmagazin". In einer Lage, in der sich viele Mitglieder ernsthafte Sorgen um den Fortbestand der CDU gemacht hätten, sei es Merkel wie niemand anderem gelungen, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Sie werde ein "phantastisches Wahlergebnis" bekommen.

Unmittelbar vor Beginn des CDU-Bundesparteitages in Essen hat der scheidende Vorsitzende Wolfgang Schäuble bekräftigt, sich weiterhin für die Partei einsetzen und seine designierte Nachfolgerin Angela Merkel unterstützen zu wollen. "Wenn man mich will, bin ich bereit mitzuarbeiten, aber ich dränge mich nicht auf", sagte Schäuble am Sonntagabend im ZDF-"Heute Journal".

Schäuble sagte, er wolle zunächst aber etwas Abstand gewinnen. "Und ich glaube, das habe ich mir auch verdient." Er sei über seinen Abgang aber nicht verbittert. Vielmehr sei er auch ein wenig erleichtert darüber, dass er die Verantwortung los sei. Zum Umgang mit Altkanzler Helmut Kohl auf dem Parteitag sagte der scheidende Vorsitzende: "Wir wollen den Blick nach vorne richten und nicht zurück."

Am frühen Nachmittag wollen die 1001 Delegierten auf der Basis eines Berichts des nicht wieder kandidierenden Schatzmeisters Matthias Wissmann organisatorische Konsequenzen aus dem Finanzskandal sowie ein finanzielles Sanierungskonzept für die Partei beschließen.

Anschließend wird Merkel in die "Essener Erklärung" mit den sachpolitischen Schwerpunkten der künftigen CDU-Politik einführen und sich den Delegierten damit zugleich offiziell als Kandidatin für den Parteivorsitz präsentieren.



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