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25. März 2000, 16:51 Uhr

CDU-Parteitag

Schäuble will fürs Präsidium kandidieren

Berlin - Der scheidende CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble will beim Bundesparteitag Anfang April in Essen keine Ehrenmitgliedschaft übernehmen, sondern für einen Posten im Präsidium kandidieren. Er sei von Generalsekretärin Angela Merkel und anderen aufgefordert worden, weiter zur Verfügung zu stehen. "Dann werde ich mich einer Wahl stellen. Ich laufe nicht davon", sagte Schäuble dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel".

Er verstehe seine Aufgabe so, "dass man die Verantwortung für das Ganze auch dann wahrnehmen muss, wenn es einem selber weh tut". Aus seiner Sicht laute die Lehre aus der Affäre für seine Partei, dass ein zu großes Maß an Vertrauensseligkeit und ein «patriarchalisches Führungssystem» schade. Die Affäre habe schweren Schaden hinterlassen. "Mein Schmerz ist groß", sagte Schäuble.

Er erklärte, er sei nicht zufrieden mit sich, sondern mit sich im Reinen. Fehler habe er natürlich auch gemacht, denn hätte er alles richtig gemacht, wäre er noch Partei- und Fraktionsvorsitzender. Schäuble sagte, wenn die CDU diese Krise als Chance annehme, werde sie die modernste Partei sein. Der Prozess der Debatte auch um den Parteivorsitz zeige "eine ganz neue CDU".

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