Vorwurf der Lobbyarbeit CDU-Abgeordneter Amthor räumt Fehler ein

Einem SPIEGEL-Bericht zufolge hat Philipp Amthor Lobbyarbeit für eine Firma betrieben, von deren Erfolg er womöglich profitiert hätte. Der CDU-Mann räumt einen "Fehler" ein, lässt jedoch einige Fragen offen.
Philipp Amthor: Einen Fragenkatalog des SPIEGEL ließ er unbeantwortet

Philipp Amthor: Einen Fragenkatalog des SPIEGEL ließ er unbeantwortet

Foto: Christoph Soeder/ dpa

Der CDU-Jungstar Philipp Amthor steht in der Kritik, weil er in einem Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Lobbyarbeit für ein Unternehmen betrieben hat, von dessen Erfolg er womöglich persönlich profitiert hätte. Nun hat der Bundestagsabgeordnete auf Facebook zu den Vorwürfen Stellung genommen.

Er habe seine Nebentätigkeit bei dem US-amerikanischen Unternehmen Augustus Intelligence bei Aufnahme in der Bundesverwaltung offiziell angezeigt, heißt es in der Stellungnahme. "Ich bin nicht käuflich", kommentiert Amthor darin weiter. Gleichwohl habe er sich mit seiner Nebentätigkeit politisch angreifbar gemacht und könne die Kritik daran nun nachvollziehen. "Es war ein Fehler", schreibt Amthor.

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Zuvor hatte der SPIEGEL  Amthors diskrekte Lobbyarbeit öffentlich gemacht. Der Brief wurde 2018 auf dem Briefpapier des Deutschen Bundestags verfasst und kursierte vor Versenden im Unternehmen. Darin lobte Amthor das Start-up und bat Altmaier um politische Unterstützung. Das Schreiben ging am 2. Oktober im Wirtschaftsministerium ein.

Bereits Mitte 2018 hieß es in interner Kommunikation der Firma, dass der Politiker "gut für uns" sein werde. Für den Brief feierten Mitarbeiter Amthor: Er sei "ein geiler Typ" hieß es, "wir müssen uns echt bei ihm bedanken". Zwei Monate später besuchten Augustus-Manager gemeinsam mit Amthor zweimal den damaligen Parlamentarischen Staatssekretär beim Wirtschaftsminister, Christian Hirte. Amthor bekam gemäß einer internen Aufstellung mindestens 2817 Aktienoptionen an der Firma und bekleidet einen Direktorenposten.

Fragenkatalog blieb unbeantwortet

Von Amthor heißt es dazu nun, er habe nie Anteilsoptionen des Unternehmens ausgeübt und diese bereits zurückgegeben. Auch habe er die Nebentätigkeit bei Augustus Intelligence beendet. "Mein Engagement für das Unternehmen entspricht rückblickend nicht meinen eigenen Ansprüchen an die Wahrnehmung meiner politischen Aufgaben", schreibt der CDU-Abgeordnete weiter. Dieses Kapitel sei ihm eine Lehre.

Zuvor hatte Amthor einen Fragenkatalog, den ihn der SPIEGEL geschickt hatte, unbeantwortet gelassen. Dem SPIEGEL liegen zudem Unterlagen über Reisen und Aufenthalte in teuren Hotels vor, die Amthor mit Augustus-Mitarbeitern unternahm. Wer die Kosten für Reise, Unterkunft und Champagner übernahm, ließ der Abgeordnete auch in seiner Stellungnahme offen.

Wirtschaftsminister Altmaier sagte auf den Fall angesprochen, er habe die Medienberichte gelesen. Sein Ministerium habe bereits dargestellt, wie mit dem Ansinnen Amthors damals umgegangen worden sei und man werde nach weiterer Untersuchung der Vorgänge die Medien "umfänglichst" darüber informieren.

asc/gt
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