CDU-Politiker Pflüger "Es gibt eine Menge spießiger Grüner"

2. Teil: Wo CDU-Präsidiumsmitglied Pflüger Gemeinsamkeiten mit den Grünen sieht


SPIEGEL ONLINE: Lassen Sie uns zu den politischen Schnittmengen kommen. Wo sehen Sie die zwischen CDU und Grünen?

Pflüger: Zum Beispiel haben sich die Grünen von der Vorstellung verabschiedet, dass die Forderung, Migranten müssten Deutsch lernen, eine Art 'Zwangsgermanisierung' bedeutet. Oder nehmen Sie in der Außenpolitik den Abschied, von Joschka Fischer durchgesetzt, vom Radikalpazifismus. Auch in der Ökologie haben sie sich geändert und sind heute nicht mehr per se gegen Wachstum, sondern wollen es nachhaltig organisieren. Das sind alles Entwicklungen, die sehr vielversprechend sind - bis hin etwa zur grünen Familienpolitik. Teile der Grünen singen das Lied auf die bürgerliche Familie, bei uns setzt sich Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen für den Ausbau der Krippenplätze ein! Wir treten beide für kleine Einheiten, Autonomie und Eigenverantwortung ein, misstrauen der staatlichen Großbürokratie. Da sind wir doch in manchem nicht mehr so weit entfernt voneinander.

SPIEGEL ONLINE: Und Unterschiede?

Pflüger: Noch immer glauben viele Grüne, die Polizei sei im Grunde ein Gegner der Freiheit. Dass aber polizeiliche Präsenz auch Sicherheit schaffen kann - gerade für diejenigen, die sie sich nicht durch private Sicherheitsfirmen leisten können - können viele nicht nachvollziehen. Gerade Toleranz und Weltoffenheit brauchen die Gewissheit, dass rechtliche Spielregeln gelten und durchgesetzt werden!

SPIEGEL ONLINE: Braucht solch eine Koalition - wie einst Rot-Grün - nicht einen Projektcharakter, eine Klammer?

Pflüger: Berlin wäre ein guter Ort dafür! Berlin war und blieb oft Vorreiter vieler gesellschaftlicher Entwicklungen - warum nicht auch für Jamaika? Unter Wahrung der Identität aller Parteien wäre es doch spannend, ein solches Projekt - wie Sie es nennen - in der Hauptstadt zu versuchen.

SPIEGEL ONLINE: Was auf den Bund ausstrahlen soll?

Pflüger: Warum nicht? Wir werden uns darauf einzurichten haben, dass Zwei-Parteien-Bündnisse jenseits der Großen Koalition oft nur noch schwer mehrheitsfähig werden. Wir können daher nicht vorschnell Bündnisse mit anderen demokratischen Parteien ausschließen.

SPIEGEL ONLINE: Im Merkel-Lager gibt es Stimmen, die bedauern, dass es in Baden-Württemberg nicht schon zu Schwarz-Grün gekommen ist, um damit auch eine eventuell vorzeigbare Option für die Zeit nach den Bundestagswahlen 2009 zu haben.

Pflüger: Ich hätte nichts dagegen gehabt, verstehe aber Günther Oettinger sehr gut, dass er weiter mit einem guten, verlässlichen Partner wie der FDP die Koalition fortsetzen wollte.

SPIEGEL ONLINE: Noch 2005 hat ihr Parteikollege Jürgen Rüttgers in seinem NRW-Wahlkampf gegen die rot-grünen Windkraftanlagen polemisiert und dafür auf Veranstaltungen viel Beifall erhalten. Wie wollen Sie da die Unionsanhänger für Schwarz-Grün emotional gewinnen?

Pflüger: Das Energieeinspeisegesetz, die Förderung von regenerativer Energie ist absolut richtig gewesen. Ich war gerade in China - dort haben mich mehrere Spitzenpolitiker nach Kooperationsmöglichkeiten bei Windkraft, CO-2-Abscheidung bei Kohlekraftwerken und zu Solarenergie angesprochen. Diese Formen der Energiegewinnung können absolute Exportschlager werden.

SPIEGEL ONLINE: Aber die Verspargelung der Landschaft durch Windkraftanlagen regt auch Unions-Anhänger auf.

Pflüger: Man kann nicht alles auf einmal haben. Natürlich gibt es Geräuschbelastungen, sieht es nicht schön aus. Man muss auch auf touristische Belange Rücksicht nehmen. Aber ich sage auch, entscheidend ist die Reduzierung von CO-2-Emissionen. Im Übrigen: Die großen Mengen an Windkraft müssen in Zukunft Offshore - also auf See - erreicht werden. Da sind wir erst am Anfang.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben sich als Mitglied des CDU-Bundespräsidiums gegen Neubauten in der Atomkraft ausgesprochen. Wie wollen Sie die Energielücke überbrücken, wenn Anlagen abgeschaltet werden?

Pflüger: Ich war schon immer gegenüber der Atomkraft sehr skeptisch. Ich habe nichts dagegen, die Laufzeiten für Kraftwerke gegebenenfalls um einige Jahre zu verlängern. Mir ist es lieber, wir betreiben einige sichere Atomanlagen ein paar Jahre länger, als dass wir neue Kohlekraftwerke bauen. An dem grundsätzlichen Ziel eines Ausstiegs sollten wir aber festhalten. Denn nur so schaffen wir die Anreize für wirkliche Innovationen bei den regenerativen Energien. Wer glaubt, dass wir den Klimakollaps mit der Kernenergie abwenden können, irrt.

Das Interview führten Claus Christian Malzahn und Severin Weiland

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Fragwürden, 19.04.2007
1. Grüne sind Kinder der Schwarzen
Für mich ist der Braunste ohnehin Mahler und der war mal grün. Die ideologische Farbenlehre taugt eh nur zu Farbspielen: Die Grünen als Kinder der Schwarzen, der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm, und deshalb werden die über kurz oder lang miteinander gehen. Echte Rote waren nie bei den Grünen.
tomrobert 19.04.2007
2. "Es gibt eine Menge spießiger Grüner"
Die Grünen der Komunen sind nicht die Bundesgrünen und die Provinz CDU (oder CSU)ist nicht die Bundes CDU wie Oettinger und Gefolgschaft sowie der Intregantenstatel in Bayern zeigen.Beide Parteien haben die unbedingte Aufgabe das Provinzlerische in ihren Parteien aufzubrechen. Was da zuweilen abläuft ist ja geradezu lächerlich. Nicht die Welt muß sich denen anpassen sondern umgekehrt. Demokratischen Entscheidungsprozessesen sind pluralistische Interessen die es zu beachten gilt immanent!Ein Beispiel ist die einsame Entscheidung des Kultusministeriums in Baden-Württemberg, Französisch trotz Widerstand der Eltern, an den Gymnasien zur Pflicht zu machen.Wer wünscht sich nicht ein cosmopolitisches Europa in welchem jeder Französisch spricht?Aber das ist wieder ein typisches Beispiel wie man Demokratische Entscheidungsprozesse einfach umgeht.Vieleicht war das unverdächtig in den 60gern. Aber im 21Jahrhundert? Es sind durchaus diese kleinen selbstherrlichen Entscheidungen die noch dem Geist Filbingers und Kiesingsers etc.entstammen. Wie lange den noch? Da spricht ein Herr Pflüger von Wodstock.Die Realität sitzt aber auf den Schulämtern und im Gerichtssaal und im Landratsamt und und und.Auffallen tut das nur, wenn dann mal einer dieser Hinterwäldler glaubt Staatstragendes daher reden zu müssen und das halbe Europa sich dann wundert,wie bei Oettinger. Leiden müssen andere.
jimKn0pfEnhanced, 19.04.2007
3. CDU, Grün und SPD
Ich finde Herrn Pflügers Ansichten Nachvollziehbar - und Zeitgemäß und hätte lieber Schwarz Grün, anstatt irgednwas mit SPD oder der unfähigen Links Partei! Hätte ich Heute die Wahl zwischen CDU mit Merkel und SPD mit Beck ich würde mich für die CDU entscheiden, mit Grün, natürlich Grün - um ein Zeichen zu setzen. SPD ist in aller Hinsicht unwählbar geworden, Profillos, Asozial, Lobby Arbeit vom feinsten und was das schlimmste ist, ich kann nirgends auch nur irgendwas gutes finden. Da ist Pflüger mit seiner Bekundung und Erkennung von Exportschlager mit regenerativen Energietechnologien Lichtjahre weiter - SPD will einen Umweltpass für Autos und beschummelt die Bürger bei Co2 Emissionen (Tiefensee) - SPD Katastrophal! Und Beck ist kein Kanzler Charakter, eher ein Dorf Vertreter. Da hat Wowereit merh Profil und Weltsicht. naja, nicht mein Problem - im übirgen ist wowi ein guter Bürgermeister, leider falsche Partei. Cheers
Carolusmagnus, 20.04.2007
4. Grüne
Natürlich ist auch das Spektrum der Grünen breit gefächert, aber in ihrer Mehrzahl sind sie antideutsche Rassisten und ökologische Hysteriker. Sie schauen bei Ausländerstraftaten geflissenstlich weg, tolerieren Rechtsbrüche, wenn es nicht gerade gegen Frauen geht, bis zum Umfallen und wittern überall Deutschtümelei, wo es meist nur um kulturelle Eigenheiten geht.Aber wehe, ein deutscher beklagt mal ausländische Auswüchse.... Den Grünen laste ich das Enstehen von Parallelgesellschaften an und den tiefen Atheismus, der große Teile unsrer Gesellschaft prägt und von der Linkspartei noch verstärkt wird. Die Toleranz der Grünen ist blind und tödlich. Wenn wir irgendwann gefesselt in der Ecke liegen und jemand kommt, um uns die Kehlen durchzuschneiden, werden evtl. sogar die Grünen merken, dass was schiefgelaufen ist... Linke Mörder fast mit Tränen in den Augen zu bemitleiden und andere, die eben einer verhassten Gesellschaft angehörten, noch im Grab zu beschimpfen, das, ja das kriegen nur Linke und vor allem Grüne fertig. CDU und Grüne, das wäre die Quadratur des Kreises, das passt nicht.
jimKn0pfEnhanced, 21.04.2007
5.
Zitat von CarolusmagnusNatürlich ist auch das Spektrum der Grünen breit gefächert, aber in ihrer Mehrzahl sind sie antideutsche Rassisten und ökologische Hysteriker. Sie schauen bei Ausländerstraftaten geflissenstlich weg, tolerieren Rechtsbrüche, wenn es nicht gerade gegen Frauen geht, bis zum Umfallen und wittern überall Deutschtümelei, wo es meist nur um kulturelle Eigenheiten geht.Aber wehe, ein deutscher beklagt mal ausländische Auswüchse.... Den Grünen laste ich das Enstehen von Parallelgesellschaften an und den tiefen Atheismus, der große Teile unsrer Gesellschaft prägt und von der Linkspartei noch verstärkt wird. Die Toleranz der Grünen ist blind und tödlich. Wenn wir irgendwann gefesselt in der Ecke liegen und jemand kommt, um uns die Kehlen durchzuschneiden, werden evtl. sogar die Grünen merken, dass was schiefgelaufen ist... Linke Mörder fast mit Tränen in den Augen zu bemitleiden und andere, die eben einer verhassten Gesellschaft angehörten, noch im Grab zu beschimpfen, das, ja das kriegen nur Linke und vor allem Grüne fertig. CDU und Grüne, das wäre die Quadratur des Kreises, das passt nicht.
Auch Ihre asoziale und perfide Art der Argumentation, kann nicht über Ihre plumpe Art der Klischee Aufbereitung hinwegtäuschen.
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