Keine Abstimmung CDU-Präsidium für Laschet als Kanzlerkandidat

Das CDU-Präsidium stellt sich in der K-Frage hinter den Parteichef Laschet. Ein Beschluss zur Kanzlerkandidatur wurde aber noch nicht gefasst.
Armin Laschet

Armin Laschet

Foto: Jens Krick / Flashpic / picture alliance

Das CDU-Präsidium hat sich mit breiter Mehrheit hinter eine Kanzlerkandidatur von Parteichef Armin Laschet gestellt. Das bestätigte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier am Montag nach einer Sitzung des Präsidiums in Berlin. Man habe aber keinen Beschluss gefasst – dies sei auch nicht geplant gewesen.

Bouffier ergänzte mit Blick auf Laschet, das Präsidium habe deutlich gemacht, »dass wir ihn für außergewöhnlich geeignet halten, und ihn gebeten, mit Markus Söder jetzt gemeinsam den weiteren Weg zu besprechen, wie wir das machen«. Die Herausforderung sei so groß, »dass wir die nur gemeinsam stemmen können«, sagte er und nannte die Bewältigung der Pandemie und die Lage in Europa.

»Wir glauben, dass die Union das am besten kann. Aber das kann sie nur dann, wenn CDU und CSU ganz eng beieinander sind und wir das in einem wirklich guten Prozess miteinander dann auch zu Ende bringen.« Er sei zuversichtlich, dass dies gelinge.

In Umfragen liegt Laschet hinter Söder

In der Sitzung des Präsidiums hätten sich »fast alle Präsidiumsmitglieder zu Wort gemeldet«, hieß es. Mehrere Teilnehmer hätten deutlich gemacht, »dass die aktuellen Umfragen nicht die Entscheidung über die Kandidatenfrage bestimmen sollten«. In Umfragen liegt Laschet derzeit deutlich hinter Söder.

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, mahnte nach Informationen der dpa in der Sitzung ein zügiges und dann einvernehmliches Ergebnis der Debatte an.

Brinkhaus drängt auf Entscheidung

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hatte zuvor auf eine Entscheidung zwischen den beiden Kandidaten noch in dieser Woche gedrängt.

Im Anschluss an die Präsidiumssitzung warb Laschet auch im größeren Parteivorstand für Unterstützung. Auch hier fand sich breiter Rückhalt für Laschets Kanzlerkandidatur. Dies gehe aus den Wortmeldungen in der Diskussion hervor, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble habe Laschet attestiert, er bringe alles mit für die Herausforderungen einer Kanzlerkandidatur.

Laschet und Söder hatten am Sonntag erstmals ihre Bereitschaft zur Kandidatur öffentlich erklärt. Laschet wollte die Öffentlichkeit am frühen Nachmittag über das Ergebnis der Beratungen der CDU-Spitze informieren. Ursprünglich war geplant, dass sich Generalsekretär Paul Ziemiak den Fragen stellt.

Am Nachmittag wollte auch das CSU-Präsidium über die Frage der Kanzlerkandidatur beraten. Söder hatte seine Kandidatur am Sonntag bei einem gemeinsamen Auftritt mit Laschet vor der Spitze der Unionsfraktion von einer breiten Unterstützung durch die CDU abhängig gemacht. Der bayerische Ministerpräsident sagte zu, anderenfalls sich einzuordnen und ohne Groll mit Laschet zusammenzuarbeiten.

mfh/flo/dpa/AFP