Ralph Brinkhaus Unionsfraktionschef will Kramp-Karrenbauer als Kanzlerkandidatin

Wer führt CDU und CSU als Kanzlerkandidat in den nächsten Wahlkampf? Fraktionschef Brinkhaus glaubt: Es kann nur eine geben. Nicht alle in der Union halten die Personalie schon für entschieden.

Unterstützt Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus
Michael Kappeler/DPA

Unterstützt Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus


Lange schien es klar zu sein, dass CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer einmal Angela Merkel als Kanzlerin beerben würde. Doch das Desaster bei der Europawahl und der Umgang mit dem Anti-CDU-Video des Youtubers Rezo lassen teilweise Zweifel an ihrer Eignung wachsen. Unterstützung erhält die CDU-Chefin nun von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus.

Auf die Frage, ob Kramp-Karrenbauer rasch ins Kabinett von Kanzlerin Merkel (CDU) wechseln solle, sagte er der Nachrichtenagentur dpa in Berlin, die Vorsitzende habe viel zu tun mit der Neuaufstellung der CDU. Brinkhaus ergänzte: "Und sie wird auch unsere nächste Kanzlerkandidatin sein. Insofern ist das ihre Entscheidung, was der beste Weg dafür ist."

Laschet äußert Zweifel

Doch die Nachfolge ist für CDU-Vizechef Armin Laschet noch nicht geklärt: "Annegret Kramp-Karrenbauer hat vorgeschlagen, die Kanzlerkandidatur auf dem CDU-Parteitag Ende 2020 zu entscheiden. Ende 2020 ist nicht heute und nicht jetzt", hatte Laschet der "Welt am Sonntag" gesagt.

Die konservative Werte-Union sprach sich dafür aus, die Parteimitglieder über den nächsten Kanzlerkandidaten von CDU und CSU abstimmen zu lassen. "Die Werte-Union fordert angesichts der verheerenden Umfragewerte eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Mitglieder und startet kurzfristig eine Initiative zu deren Umsetzung", sagte der Bundesvorsitzende Alexander Mitsch der "Welt". Die Große Koalition sei gescheitert, "sowohl inhaltlich als auch in den Augen der Bürger."

Brinkhaus sagte auf die Frage, ob es die Große Koalition angesichts der ungeklärten Führungsfrage bei der SPD und des anhaltenden Streits in Sachfragen an Weihnachten noch geben werde: "Das ist der Plan, dass es die GroKo Weihnachten noch gibt." Der Bundestag sei bis 2021 gewählt, ebenso die Kanzlerin mit ihrer Bundesregierung vom Parlament. "Deswegen muss es unser Anspruch sein, die GroKo auch bis 2021 fortzuführen." Schwarz-Rot habe etwa mit der Verabschiedung des Migrationspakets im Bundestag am Freitag einiges geschafft - und die Koalition habe "auch noch einiges vor".

Kritik an Personaldebatten

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), hält die Frage nach einer Kanzlerkandidatin oder einem Kanzlerkandidaten der Union zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht. Solche Fragen stellten sich erst dann, wenn neu gewählt werden müsse, sagte Grosse-Brömer auf NDR Info. Das sehe er zurzeit nicht. Die Große Koalition habe noch zwei Jahre die Verpflichtung, "vernünftig zu regieren".



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mho/dpa



insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
willi.thom 11.06.2019
1.
Herr Brinkhaus entpuppt sich immer mehr als Papiertiger. AKK ist als Kanzlerin meiner Meinung nach völlig ungeeignet. Es geht nicht um Personen, um die Merkel-Nachfolge, es geht darum, die drängenden Probleme in unserem Land zu lösen. Immer weniger Menschen leben "gut und gerne" in Deutschland; das hat mit der chaotischen Flüchtlingspolitik zu tun, mit der Fehleistung der Merkel-Regierung in der Wohnungsbaupolitik, der Kungelei mit der Autoindustrie und deren Folgen, der mangenden Wettbewerbsfähigkeit bei Digitalisierung und KI usw. Das waren noch ordentliche Zeiten, als Altbundespräsident Herzog seine "Ruckrede" vor einem Elitepublikum hielt. Sie, die Rede, ist längst vergessen. Nun haben sich die Zeiten geändert, eine politische Zeitenwende ist in Sicht, und ein junger Mann prangert per Youtube die Tatenlosigkeit der Merkel-Regierung an. Freitags demonstrieren junge Menschen für den Erhalt ihres Planeten. Die Antworten der Regierenden zeigen nur deren erschreckende Unfähigkeit und mangende Voraussicht und Abgehobenheit. Ein Regierungswechsel täte unserem Land gut, aber ohne AKK.
benuron 11.06.2019
2. "Das ist der Plan, dass es die GroKo Weihnachten noch gibt."
Das kann eigentlich nur als klares "Nein." verstanden werden. Aber nur zu, macht AKK zur Kanzlerkandidatin, wenn's die SPD dann noch genau so verbockt bis dahin, können die Grünen ab der nächsten Wahl alllein regieren. Passt!
herrin 11.06.2019
3. Dann werde ich die CDU nicht mehr wählen!
Wenn diese Frau die nächste Kanzlerkandidatin wird, dann hat diese Partei meine Stimme verloren.
Piether 11.06.2019
4. Der Herr Brinkhaus will das,
und das Land muß es hinnehmen? Parteiendemokratie, noch dazu mit in Hinterzimmern der Parteien ausgekungelten Listenplätzen, ist so ziemlich das undemokratischste, was eine Demokratie sein kann.
werner230 11.06.2019
5.
Beide sind wohl ein wenig überbewertet worden und versuchen sich jetzt gegenseitig zu stützen !?
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