CDU-Richtungsdebatte Wulff fordert Klartext von Merkel

Mehr Teamgeist bei der Führung der Partei hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff in einem SPIEGEL-Interview von Kanzlerin Angela Merkel gefordert. Die CDU müsse auch umstrittene Themen offensiv vertreten - wie den verlängerten Betrieb von Atomkraftwerken.

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff: "Es gibt eine Sehnsucht nach Führung"
ddp

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff: "Es gibt eine Sehnsucht nach Führung"


Hamburg - Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat CDU-Chefin Angela Merkel zu mehr Teamgeist bei der Führung der Partei aufgerufen. Neben der Vorsitzenden brauche die Union "Persönlichkeiten, die für die verschiedenen Strömungen der Partei stehen", sagte Wulff in einem SPIEGEL-Interview. "Das würde Angela Merkel noch stärker machen und ihre Arbeit erleichtern."

Wulff kritisierte indirekt Merkels Führungsstil. "Die Union war immer dann stark, wenn sie kraftvoll Positionen vertreten hat, auch bei massivem Gegenwind. Dazu müssen wir wieder kommen." Wulff forderte Merkel dazu auf, auch umstrittene Themen wie die Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke offensiv zu vertreten. Die Bürger wollten wissen, wofür die Union stehe, sagte der CDU-Politiker: "Es gibt eine Sehnsucht nach Führung." Es müsse auch weiter Ziel der Union sein, bei Bundestagswahlen 40 Prozent plus x zu erreichen.

Den Steuersenkungsplänen der FDP setzte der CDU-Politiker klare Schranken. "Die Länder, aber auch der Bund sind durch die Schuldenbremse verpflichtet, ihre Neuverschuldung drastisch zu reduzieren. Das begrenzt den Spielraum für Steuersenkungen", sagte Wulff dem SPIEGEL und fügte hinzu: "Die Bürger wollen keine Steuersenkungen auf Kosten ihrer Kinder." Wulff sprach sich dafür aus, dass nach der Steuerschätzung im Mai eine Kommission unter dem Vorsitz von Finanzminister Wolfgang Schäuble eingesetzt wird, die eine Steuerreform erarbeiten soll.

Nach einer turbulenten Profildebatte in den vergangenen Wochen hatte die Parteispitze CDU-Chefin Angela Merkel den Rücken gestärkt. Der CDU-Bundesvorstand beschloss am Freitag einstimmig eine "Berliner Erklärung". Darin kündigt die Partei an, künftig um neue Wählerschichten zu werben, ohne die Stammwähler zu vernachlässigen. Der unter Kanzlerin Merkel eingeschlagene Modernisierungskurs der Partei wird damit unterstützt.

Thüringens CDU-Fraktionschef Mike Mohring, der Merkels Führungsstil im Vorfeld des Treffens öffentlich kritisiert hatte, lobte die "Berliner Erklärung" dennoch als Signal für ein konservatives Profil der Partei. Die Kritik habe sich ausgezahlt - nun müsse die gesamte Partei Taten folgen lassen.

ore

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Seite 1
kdshp 15.01.2010
1.
Zitat von sysopGleiche Chancen für alle, mehr Offenheit nach links: CDU-Chefin Angela Merkel hat das Konzept ihrer Partei für die kommenden Jahre präsentiert. Kritik an ihrem Führungsstil ficht sie nicht an - im Gegenteil: Sie preist die Diskussionskultur der Christdemokraten. Wie und wo sehen Sie die Zukunft der CDU?
Hallo, unter 30% wenn die auch anfangen ihre wähler zu verprellen wie die SPD. Und wo hat die "Diskussionskultur der Christdemokraten" was gebracht außer das man nicht weiß woran man als wähler ist ? Die tage frau merkel im TV : Schweigen wäre auch eine art der diskussion !
redkiller 15.01.2010
2. Sauber MErkel
Seit Tagen wird gegen Merkel in den Medien gehetzt und gemobbt, weil die CDU nicht eingeknickt ist in der Personalie Brender . Heute hat sich Merkel der MEdienmeute gestellt und nicht nur gelächelt , sondern sie sauber nass gemacht. Es gibt keinen Zweifel das Merkel heute gezeigt hat, das der Großteil unser Linken und Linkischen Medien eigentlich sehr hirnlos gegen Merkel agiert, die Kritikpunkte hat sie sauber ausgekontert.
Incroyable 15.01.2010
3.
Zitat von sysopGleiche Chancen für alle, mehr Offenheit nach links: CDU-Chefin Angela Merkel hat das Konzept ihrer Partei für die kommenden Jahre präsentiert. Kritik an ihrem Führungsstil ficht sie nicht an - im Gegenteil: Sie preist die Diskussionskultur der Christdemokraten. Wie und wo sehen Sie die Zukunft der CDU?
Na klar! Zeigt sich ja in internationalen Vergleichen (z.B. PISA) immer wieder. Da bekommen aber sicher viele Stammwähler richtig Angst. Von wegen Freiheit statt Sozialismus.[/QUOTE] Alles wie sie es als FDJ Funktionärin im DDR Regime gelernt hat. Schwarz, nur leider lassen sich immer noch zu viele Menschen etwas vormachen.
Emil Peisker 15.01.2010
4. Sie haben wohl eine Richtungssehschwäche?
Zitat von redkillerSeit Tagen wird gegen Merkel in den Medien gehetzt und gemobbt, weil die CDU nicht eingeknickt ist in der Personalie Brender . Heute hat sich Merkel der MEdienmeute gestellt und nicht nur gelächelt , sondern sie sauber nass gemacht. Es gibt keinen Zweifel das Merkel heute gezeigt hat, das der Großteil unser Linken und Linkischen Medien eigentlich sehr hirnlos gegen Merkel agiert, die Kritikpunkte hat sie sauber ausgekontert.
Na, Sie Mörder der Roten. Sie haben wohl eine Richtungssehschwäche? Die Kritik der letzten Woche kam vorwiegend aus Unionskreisen. Die SPD und die Linken haben davon kaum profitiert, obwohl sie als Opposition für solche Steilvorlagen dankbar sein müssten. Wenn selbst der "linke" DGB-Boss Sommer die Merkel gegenüber der Unionskritik in Schutz nimmt, ist Ihr Eindruck, die Kritik käme vorwiegend aus Linken Medien, schon äußerst schielend, oder? Emil
Adran, 15.01.2010
5.
Zitat von Emil PeiskerNa, Sie Mörder der Roten. Sie haben wohl eine Richtungssehschwäche? Die Kritik der letzten Woche kam vorwiegend aus Unionskreisen. Die SPD und die Linken haben davon kaum profitiert, obwohl sie als Opposition für solche Steilvorlagen dankbar sein müssten. Wenn selbst der "linke" DGB-Boss Sommer die Merkel gegenüber der Unionskritik in Schutz nimmt, ist Ihr Eindruck, die Kritik käme vorwiegend aus Linken Medien, schon äußerst schielend, oder? Emil
Emil warste auch auf Short bei Euro, als merkelgerüchte aufkamen? Wer da wohl dran verdient hat, wird kein Linker gewesen sein ;)
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