CDU Schatzmeister von Klaeden gibt Amt auf

In nur einem Jahr hat Kanzlerin Angela Merkel sechs mächtige CDU-Männer verloren. Nun wird der nächste Posten frei: Schatzmeister von Klaeden wird offenbar nicht erneut für den Posten kandidieren. Weil er auch Kanzleramtsminister ist, wolle er einen Interessenskonflikt vermeiden.
CDU-Politiker Eckart von Klaeden: Interessenskonflikt vermeiden

CDU-Politiker Eckart von Klaeden: Interessenskonflikt vermeiden

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Eckart von Klaeden

Berlin - Die CDU braucht einen neuen Schatzmeister: Der bisherige Amtsinhaber wird auf dem Bundesparteitag im November nicht erneut für diesen Posten kandidieren. Parteikreise bestätigten am Dienstagabend eine entsprechende Vorabmeldung des "Kölner Stadt-Anzeigers". "Dies haben Parteichefin Angela Merkel und von Klaeden bereits im vergangenen November verabredet", hieß es.

Offenbar will von Klaeden den Anschein einer Interessenkollision vermeiden - der 44-Jährige ist auch Staatsminister im Kanzleramt. Ein rechtliches Problem habe es aber ohnehin nicht gegeben. Als Nachfolgerin sei die frühere nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben im Gespräch.

Auf dem CDU-Parteitag im November muss die gesamte Führungsspitze der Partei neu gewählt werden. Gesucht werden auch drei neue stellvertretende Parteichefs. So müssen unter anderem Nachfolger für die stellvertretenden Parteivorsitzenden Roland Koch, Jürgen Rüttgers und Christian Wulff gefunden werden. Nur die vierte Stellvertreterin, Bundesbildungsministerin Annette Schavan, wird voraussichtlich wieder antreten.

Erst am Sonntag hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust angekündigt, sich zurückzuziehen. Damit hat CDU-Chefin Merkel sechs mächtige Politiker in den letzten Monaten verloren. Der Abgang von Beust offenbart nach der Meinung vieler ein Motivationsproblem in der Union: Die Parteioberen sind vielerorts verbraucht, ein großer Umbruch vollzieht sich.

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kgp/apn/ddp/Reuters
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