CDU-Spitze berät Was tun mit Kohl?

Das CDU-Präsidium berät in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause über die Rolle von Altkanzler Helmut Kohl bei der Einheitsfeier. Der frühere Generalsekretär Heiner Geißler kritisierte zuvor Parteichefin Angela Merkel: Sie habe Angst und keine klaren Positionen.


Helmut Kohl
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Berlin - Vor Beginn der Präsidiumssitzung nahm der Thüringer Ministerpräsident Bernhard Vogel Merkel gegen Vorwürfe mangelnder Führungsstärke in Schutz. "Sie hat die Sache in die Hand genommen und zu einem guten Ende gebracht", sagte Vogel.

Ex-Generalsekretär Geißler hatte Merkel vorgehalten, sie habe Angst und keine klaren Positionen. Die Christdemokraten müssten ihre Identität wieder finden.

Vogel dagegen lobte die Entscheidung Kohls, nun doch an einer für den 1. Oktober geplanten CDU-Feier zum zehnjährigen Bestehen der gesamtdeutschen CDU teilzunehmen. Zuvor hatte der Altkanzler seine Teilnahme am offiziellen Staatsakt zur deutschen Einheit am 3. Oktober in Dresden abgesagt. Er war dort lediglich als Gast, nicht aber als Redner eingeladen. Auch hatte er zunächst die Teilnahme an jeder anderen Feier mit Ausnahme einer schon lange geplanten Veranstaltung der Konrad-Adenauer- Stiftung abgelehnt.

Merkel hatte ihre Parteifreunde am Wochenende davor gewarnt, den offiziellen Staatsakt am 3. Oktober in Dresden zu boykottieren, weil Kohl dort nicht reden dürfe. Auch Vogel riet von einem Boykott ab. "Selbstverständlich werde ich hingehen", sagte er.



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