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07. Dezember 2007, 13:32 Uhr

CDU-Tief

Koch droht Machtverlust

Schlechte Nachrichten für die CDU: Sechs Wochen vor den Wahlen in Hessen und Niedersachsen prognostiziert das ZDF der Partei herbe Verluste in beiden Ländern. Ministerpräsident Koch würde derzeit nicht mal ein Bündnis mit der FDP helfen.

Mainz/Berlin - Am 27. Januar wird in beiden Bundesländern gewählt. Und so wie es jetzt aussieht, sind die Wahlen für die CDU kein Selbstläufer: In Hessen muss die Union laut ZDF-"Politbarometer" von heute sogar mit dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit rechnen. Momentan gibt es der Umfrage zufolge dort auch keine Mehrheit für eine Koalition aus CDU und FDP.

In Niedersachsen liegt die schwarz-gelbe Koalition gut sieben Wochen vor der Wahl trotz sich abzeichnender Einbußen der CDU klar vorn.

Müssen mit Verlusten rechnen: Die Ministerpräsidenten Koch (li) und Wulff
DDP

Müssen mit Verlusten rechnen: Die Ministerpräsidenten Koch (li) und Wulff

Im Detail kommt die Umfrage auf folgende Werte: In Hessen liegt die CDU derzeit bei 40 Prozent, die FDP bei 7 Prozent.

Bei der Landtagswahl 2003 hatte die hessische CDU unter Ministerpräsident Roland Koch mit 48,8 Prozent die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag errungen. Die CDU wisse, dass sie hart arbeiten müsse, sagte Koch im ZDF-"Morgenmagazin". "Hessen ist ein knappes Land." Ihm helfe diese Umfrage sogar ein wenig bei denjenigen in seiner Partei, die bisher "ein bisschen selbstsicher" waren.

Die hessische SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti liegt dem ZDF zufolge bei 34 Prozent, die Grünen bei 9 Prozent. Die Linke würde mit 6 Prozent den Einzug in den Wiesbadener Landtag schaffen. Damit könnten die drei Partein zusammen eine rot-rot-grüne Landesregierung bilden.

In Niedersachsen würde die CDU momentan im Vergleich zur Landtagswahl 2003 gut vier Prozentpunkte verlieren und noch auf 44 Prozent kommen. Die SPD liegt wie in Hessen bei 34 Prozent, die FDP bei 7 Prozent. Die Grünen kommen auf 7 Prozent, während die Linke mit 4 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen würde.

Die Wahlforscher betonten aber, dass insbesondere Landtagswahlen sehr stark durch die Mobilisierung in den letzten Wochen vor der Wahl entschieden werden.

ler/dpa

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