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13. Juni 2017, 15:18 Uhr

SPON-Wahltrend

Linke wäre drittstärkste Kraft

Die Großen verlieren, die Kleinen liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Hier finden Sie die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage von SPIEGEL ONLINE - und können erneut abstimmen.

Regierungsverantwortung oder doch lieber Opposition? Über die Frage, welche Rolle sie künftig im Bund spielen möchte, streitet die Linke in diesem Wahljahr besonders intensiv. Bei den Wählern kommt die Partei trotzdem oder deswegen an: Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde die Linke drittstärkste Kraft.

Das zeigt der aktuelle SPON-Wahltrend, der in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey erhoben wird. Für den SPON-Wahltrend befragen wir Sie zu Ihrer Parteipräferenz - und regelmäßig auch zu aktuellen politischen Debatten.

Beim SPON-Wahltrend und anderen Civey-Umfragen kann jeder Nutzer mitmachen, die Ergebnisse sind für ganz Deutschland repräsentativ. Am Ende dieses Artikels erfahren Sie mehr zur Methodik. Dort können Sie die Sonntagsfrage auch selbst beantworten.

Wir wollten wissen: Welche Partei würden Sie wählen? So haben Sie abgestimmt.

1. Linke wäre drittstärkste Partei

Im Rennen um den dritten Platz liegen die kleineren Parteien weitestgehend gleichauf. In dieser Woche mit leichten Vorteilen für die Linke: Sie legt 0,8 Prozentpunkte auf 9,3 Prozent zu. Ob und wie sich das Wahlprogramm, das die Partei am vergangenen Wochenende vorgestellt hat, auf die Umfrage auswirkt, zeigt sich allerdings erst in der kommenden Woche.

Platz vier geht mit 8,7 Prozent an die FDP. Die Liberalen können die Verluste aus der Vorwoche wettmachen. Die AfD verliert leicht und steht bei 8,6 Prozent. Die Grünen legen zwar leicht zu, liegen mit 7,7 Prozent aber weiterhin auf dem letzten Platz.

2. Große Parteien verlieren

Größter Verlierer ist mit 1,2 Prozentpunkten in dieser Woche die Union - allerdings ist sie mit 36,5 Prozent auch weiterhin stärkste Kraft. Im Zeitverlauf bleibt die Union in der Gunst der Wähler stabil: In den vergangenen Wochen kamen CDU/CSU durchgehend auf 36 bis 38 Prozent und lagen damit deutlich vor der SPD. Die Sozialdemokraten schaffen es auch in dieser Woche nicht aus ihrem Tief, sie verlieren erneut leicht und stehen bei 24,2 Prozent.

3. Deutsche bewerten Mays Niederlage positiv für Europa

Eigentlich wollte Theresa May mit der vorgezogenen Neuwahl in Großbritannien ihre Regierungsmehrheit ausbauen - und sich so eine stärkere Position für die Verhandlungen mit der EU über den Austritt ihres Landes verschaffen. Der Plan ist nicht aufgegangen - und davon könnte Europa profitieren - so bewerten das zumindest 44,8 Prozent der Deutschen. Weniger als ein Drittel (30,9 Prozent) halten den Wahlausgang hingegen für negativ für Europa - und immerhin ein Viertel (24,3 Prozent) traut sich gar kein Urteil in dieser Frage zu.

Deutliche Unterschiede gibt es in den politischen Lagern: Während mehr als die Hälfte der Anhänger von SPD, Grünen und Linken den Wahlausgang positiv bewerten, sind es bei der Union 42,4 Prozent, bei den Liberalen 36,9 Prozent und bei der AfD nur 28,7 Prozent. 38,2 Prozent der Anhänger der Rechtspopulisten trauen sich allerdings gar kein Urteil in der Frage zu.


Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 6. Juni bis zum 13. Juni 2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 10.076 Befragte. Für die zweite Umfrage wurden zwischen dem 9. und 13. Juni 2017 insgesamt 5074 Menschen befragt. D er statistische Fehler lag bei beiden Ergebnissen bei 2,5 Prozent.

Im Wahljahr befragen SPIEGEL ONLINE und Civey regelmäßig Leserinnen und Leser zu aktuellen politischen Themen. Stimmen Sie hier ab - den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben.

brk

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