Bundestagswahl Schwarz-Gelb fürchtet sich vor dem Wahlsieg

CDU und FDP könnten nach der Bundeswahl laut einer Umfrage gemeinsam regieren. Doch nach SPIEGEL-Informationen ist die Lust darauf in beiden Parteien gering. Die Liberalen machen sich zudem Sorgen ums Personal.

FDP-Chef Christian Lindner, CDU-Vize Armin Laschet
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FDP-Chef Christian Lindner, CDU-Vize Armin Laschet

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Der Sinkflug der SPD in den Umfragen hält an. Die FDP hat plötzlich gute Chancen, nach der Bundestagswahl im September mitzuregieren. Laut jüngstem ARD-Deutschlandtrend hätten Union und FDP eine Mehrheit, wenn am Sonntag gewählt würde.

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Heft 25/2017
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Es wäre ein rasanter Wiederaufstieg für die FDP, nachdem die Partei 2013 aus dem Bundestag geflogen war. Doch bei Liberalen und Unionspolitikern gibt es Zweifel, ob eine Neuauflage der christlich-liberalen Koalition nach der Bundestagswahl wirklich wünschenswert ist.

Die Frage sei, ob man einen guten Umgang mit der Union hinbekomme, sagt FDP-Geschäftsführer Marco Buschmann dem SPIEGEL (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL). Es sei schlimm, wie bei der Union ständig Dinge durchgestochen und rausgetwittert würden. "Vertrauensbildende Maßnahmen wären nötig", so Buschmann. "Wenn das Vertrauen nicht hergestellt werden kann, lassen wir es besser."

Innerhalb der FDP-Führungsriege gibt es außerdem die Befürchtung, dass eine Regierungsbeteiligung zu früh kommen könnte. "Viele glauben uns das nicht, aber erst einmal in den Bundestag einzuziehen und nicht sofort zu regieren, wäre völlig in Ordnung", sagt Alexander Graf Lambsdorff dem SPIEGEL. Man habe definitiv "genug gutes Personal, wenn nötig, aber manche Position noch zu vertiefen und die Debatte aus der Opposition heraus zu beleben, wäre auch okay", so der Vizepräsident des EU-Parlaments. Auch der baden-württembergische Landeschef Michael Theurer räumt ein: "Aus der außerparlamentarischen Opposition direkt in die Regierung wäre ein großer Sprung."

Selbst bei überzeugten Befürwortern einer christlich-liberalen Koalition aufseiten der Union werden Bedingungen für ein Bündnis genannt. "Eine Zusammenarbeit mit der FDP wäre für die Union die beste Option", sagt der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung Carsten Linnemann zwar. Allerdings wäre angesichts der schwierigen Weltlage eine solide Mehrheit der Koalition nötig. "Problematisch wäre es dann, wenn wir eine Mehrheit von ein oder zwei Stimmen im Bundestag hätten", so Linnemann.

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insgesamt 48 Beiträge
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GSYBE 17.06.2017
1. Sorge
Die einzige echte Sorge die mich umtreibt ist die Sorge vor einer weiteren GroKo, eben der Weg zum Ein-Partei-Staat.
INGXXL 17.06.2017
2. DA wird der FDP
nichts anderes übrig bleiben. Die SPD wird sich in die Opposition zurück ziehen ,sich sammeln einen neuen Vorsitzenden küren und auf 2021 hoffen.
unixv 17.06.2017
3. große Sorge!
Das die FDP tatsächlich wieder irgendwo in die Regierung kommt! aber viel schlimmer als die GroKo, kann es nicht werden, oder? Bescheißen tun sie alle, zumindest die Etablierten, was das einhalten von Wahlversprechen betrifft!
-william- 17.06.2017
4.
Ja klar, wenn die FDP in eine Regierung mit der CDU gehen könnte, würden sie vielleicht doch lieber in der Opposition bleiben. So viel dünnschiss hab ich auch schon lange nicht gehört. Viel Spaß Deutschland mit der Reichenpartei FDP die nächsten vier Jahre. Der Markt macht das schon.
observerlbg 17.06.2017
5. Was soll das Zaudern
Sollen wir jetzt allen ernstes zur Aufrechterhaltung der GROKO lieber sPD wählen? Reißt euch am Riemen in der FDP und zeigt, dass ihr auch gesellschaftsliberal sein könnt. Es ist vor allem die sPD, die eine Auszeit braucht.
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