CDU-Vorsitz Auch Rühe wirft seinen Hut in den Ring

Mehrere CDU-Spitzenpolitiker haben sich für Volker Rühe als neuen Parteichef stark gemacht. Rühe selbst meldete indirekt seine Kandidatur für die Nachfolge des aus dem Amt scheidenden Wolfgang Schäuble an. Aber auch Angela Merkel versammelt immer mehr Getreue hinter sich.


Hat viele Fürsprecher: Volker Rühe
DPA

Hat viele Fürsprecher: Volker Rühe

Berlin - "Ich halte Volker Rühe für ebenso geeignet wie Angela Merkel oder auch Bernhard Vogel und Kurt Biedenkopf", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel der "Welt am Sonntag". Bei der Wahl des neuen CDU-Bundesvorsitzenden müsse man die Gesamtlage der Partei gewissenhaft prüfen und alle Gesichtspunkte sorgfältig abwägen. Rühe selbst sagte der Zeitung, ein Wahlerfolg in Schleswig-Holstein würde seine Möglichkeiten erweitern, sich in der Führung der Union zu engagieren.

Neben Rühe wurden in der vergangenen Woche auch CDU-Generalsekretärin Merkel sowie die Regierungschefs von Sachsen und Thüringen, Biedenkopf und Vogel, als mögliche Schäuble-Nachfolger genannt. Als erster CDU-Landesverband sprach sich Hamburg am Samstag offiziell für Merkel aus.

Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber wiederholte in der "Welt am Sonntag", die Union müsse weiterhin das große Sammelbecken von der Mitte über Wertkonservative bis zur demokratischen Rechten sein. In der CSU gibt es massive Vorbehalte gegen eine CDU-Vorsitzende Merkel, die in Kreisen der bayerischen CDU-Schwester als zu liberal bezeichnet wurde. Für den stellvertretenden Unions-Fraktionschef Rupert Scholz gehört Rühe "mit Sicherheit zu den geeignetsten Kandidaten für den Parteivorsitz". Auch Vogel sei denkbar. Ähnlich äußerte sich Brandenburgs CDU-Chef Jörg Schönbohm. Das heiße nicht, dass Merkel ungeeignet sei. Der neue CDU-Vorsitzende brauche aber "breite Unterstützung und hohe Integrationskraft".

Kann sich Angela Merkel gegen den konservativen Flügel durchsetzen?
AP

Kann sich Angela Merkel gegen den konservativen Flügel durchsetzen?

Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen sieht der "Welt am Sonntag" zufolge mehrere Kandidaten, die die Partei aus der Krise führen könnten. Merkel mache ihre "Arbeit als Generalsekretärin sehr gut und sie ist für vier Jahre gewählt". Der künftige Unions-Fraktionschef Friedrich Merz plädierte dafür, die Neuwahl des CDU-Vorsitzenden mit Ruhe und Bedacht anzugehen. Zunächst müsse geklärt werden, ob der Generationswechsel schon jetzt auch an der Parteispitze vollzogen werden solle. Dafür, aber auch für eine Übergangslösung in der Führung gebe es gute Gründe. Als Übergangskandidaten sind Vogel und auch Biedenkopf im Gespräch, die aber erklärt haben, keine Ambitionen zu haben.



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