CDU-Parteitag Warmer Applaus für Merkel

Streit bei der CDU? Zu Beginn des Parteitags wird die Vorsitzende Merkel mit tosendem Beifall und Standing Ovations empfangen. Die Christdemokraten geben sich betont harmonisch.
CDU-Chefin Angela Merkel in Karlsruhe: Warmer Empfang

CDU-Chefin Angela Merkel in Karlsruhe: Warmer Empfang

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Die rund tausend CDU-Delegierten erhoben sich, als Angela Merkel an ihr Rednerpult ging. Lang und herzlich spendeten sie Applaus für ihre Chefin, so als ob es die Auseinandersetzungen über Obergrenzen für Flüchtlinge nie gegeben habe. "Ich hab doch noch gar nichts gemacht", wunderte sich auch Merkel. Erst als sie sagte: "Wir haben hier ja heute noch was vor", klang der Beifall allmählich ab.

In der CDU-Spitze hatte man gehofft, dass der kurz vorher geänderte Leitantrag zur Flüchtlingspolitik die Gegner von Merkel besänftigen würde. Am Sonntagabend hatte der CDU-Bundesvorstand seinen Antrag zur Asylpolitik verschärft.

Die CDU sei "entschlossen, den Zuzug von Asylbewerbern und Flüchtlingen durch wirksame Maßnahmen spürbar zu verringern. Denn ein Andauern des aktuellen Zuzugs würde Staat und Gesellschaft auch in einem Land wie Deutschland dauerhaft überfordern." Sollten europäische Maßnahmen nicht funktionieren, würden Grenzkontrollen intensiviert, heißt es nun.

Die von der CSU geforderte nationale Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen, die auch von Teilen der CDU verlangt wird, steht nicht in dem Antrag.

Das sorgte dafür, dass vor dem Parteitag CSU-Chef Horst Seehofer aus München Widerstand gegen den Kompromissantrag ankündigte - er darf erst am Dienstag bei der CDU reden. Offenbar will man eine offene Konfrontationen vermeiden, der Montag steht bei der CDU ganz im Zeichen der Flüchtlingspolitik.

Seehofer hatte in den vergangenen Wochen wiederholt gewarnt, dass die Union in einen Sinkflug geraten werde, wenn Merkel die von der CSU geforderte Obergrenze der Flüchtlingszahlen weiter ablehne.

heb
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