Streit über Kurs der CDU Werteunion warnt Kramp-Karrenbauer

Die Werteunion setzt Kanzlerin Merkel unter Druck - nun droht ihr Vorsitzender Mitsch auch CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer: Sollte ihre Politik nicht im Sinne seiner Gruppierung sein, werde man sie nicht unterstützen.
CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer

Foto: Michael Sohn/ AP

Nach Kanzlerin Angela Merkel setzt die konservative Werteunion nun auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer unter Druck. Der Vorsitzende der Gruppierung, Alexander Mitsch, sagte dem SPIEGEL: "Ob wir Frau Kramp-Karrenbauer zukünftig unterstützen werden, hängt wesentlich davon ab, ob sie die von uns geforderte Politikwende der CDU tatsächlich umsetzt."

Mitsch hatte zuletzt gefordert, die frühere CDU-Vorsitzende Merkel müsse sich möglichst schnell aus dem Kanzleramt verabschieden und auch diese Funktion an ihre Nachfolgerin an der Spitze der Partei übergeben. Wenn es allerdings auch unter Kramp-Karrenbauer nicht zu einer Politikwende komme, so Mitsch, "werden wir weiter für unsere Vorstellungen politisch kämpfen".

Nach Angaben des Werteunion-Chefs hat seine im März 2017 gegründete Gruppierung, in der sich CDU- und CSU-Mitglieder sowie den Unionsparteien Verbundene organisieren, inzwischen gut 2000 Mitglieder. In den vergangenen Wochen habe es täglich im Schnitt zehn bis zwölf Eintritte gegeben. Zum Vergleich: Die CDU hat deutlich über 400.000 Mitglieder, die CSU knapp 140.000.

Demnächst will die Werteunion Mitsch zufolge über eine sogenannte Landingpage eine Werbekampagne zur Mitgliederrekrutierung starten. "Viele potenzielle Mitglieder wissen noch gar nicht, dass es uns gibt", sagt er. "Wir sind eher unbekannt, nicht aber unbeliebt."

Nach Darstellung des Werteunion-Chef gibt es inzwischen Verbände und Vorstände seiner Gruppierung in allen Bundesländern und schon eine zweistellige Anzahl von Regionalverbänden.