Kritik an Corona-Vorstoß CDU-Wirtschaftsrat distanziert sich von Laschets Lockdown-Forderungen

Armin Laschet stößt mit seiner Forderung nach einem »Brücken-Lockdown« auch in den eigenen Reihen auf Zurückhaltung. Die Reaktion des parteinahen Wirtschaftsrats fällt für ihn wenig schmeichelhaft aus.
Armin Laschet (CDU)

Armin Laschet (CDU)

Foto: Lukas Schulze / Getty Images

Der CDU-Wirtschaftsrat hat kritisch auf die Forderung des Parteivorsitzenden Armin Laschet nach einem »Brücken-Lockdown« reagiert. Der Generalsekretär des parteinahen Berufsverbands, Wolfgang Steiger, erklärte die Forderung nach immer neuen Verlängerungen oder Verschärfungen der Beschränkungen für fantasielos. Das berichtete die »Augsburger Allgemeine« vorab.

»Unternehmen und Bürger erwarten von der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten nach mehr als einem Jahr Pandemie eine ausgefeiltere Strategie«, so Steiger. Die aktuellen Grundrechtseinschränkungen seien bereits eine schwere Belastung für Wirtschaft und Bürger. Jetzt käme es darauf an, die Impfungen voranzutreiben.

»Brücken-Lockdown« bis Tests, Nachverfolgungen und Impfungen greifen

Der CDU-Chef und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet hatte sich angesichts der dritten Coronawelle für einen harten und kurzen Lockdown im April ausgesprochen. Dieser »Brücken-Lockdown« solle die Phase überbrücken, bis die Inzidenzzahlen so niedrig seien, dass eine Strategie mit Tests, Nachverfolgungen und Impfungen tatsächlich funktioniere.

Die Kontakte im privaten Bereich, aber auch am Arbeitsplatz müssten dazu weiter verringert werden, möglicherweise auch durch Ausgangsbeschränkungen »in den Abend- und Nachtstunden«, sagte Laschet. Er habe sich über Ostern mit Fachmedizinern beraten und sei sich bei seiner Einschätzung unter anderem mit der Kanzlerin und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einig. Es seien nun mehr Tempo und klare Entscheidungen notwendig.

Der CDU-Wirtschaftsrat ist keine Vereinigung der CDU wie etwa die Junge Union oder die Frauen Union, sondern ein unternehmerischer Berufsverband mit mehr als 12.000 Mitgliedern. Der Wirtschaftsrat formuliert eigene Positionspapiere, verschickt Pressemitteilungen und ist im direkten Austausch mit CDU-Politikern. LobbyControl bezeichnet den Wirtschaftsrat als »mächtiges Lobbyforum«.

ire/Reuters