Kampf um CDU-Vorsitz Bundestagspräsident Schäuble wirbt öffentlich für Merz

"Es wäre das Beste für das Land": Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat im Kampf um den CDU-Vorsitz jetzt auch öffentlich klar Position für den Kandidaten Friedrich Merz bezogen.
Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble

Foto: Ilia Yefimovich/ dpa

Hinter den Kulissen treibt Wolfgang Schäuble schon seit Längerem die Kandidatur von Friedrich Merz als CDU-Chef voran, ohne sich öffentlich auf ihn festzulegen . Doch jetzt macht der Bundestagspräsident auch offiziell Werbung für seinen Freund: "Es wäre das Beste für das Land, wenn Friedrich Merz eine Mehrheit auf dem Parteitag erhielte", sagte Schäuble der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Das würde es erleichtern, wieder zu einer Integration der politischen Kräfte zur Mitte hin zu kommen und unser System zu stabilisieren", wird Schäuble weiter zitiert. "Die politischen Ränder würden wieder schwächer."

Die Entscheidung über die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel an der CDU-Spitze fällt auf dem Bundesparteitag an diesem Freitag in Hamburg. Kramp-Karrenbauer und dem früheren Unionsfraktionschef Merz werden die besten Chancen eingeräumt. Gesundheitsminister Jens Spahn gilt als Außenseiter. Merz hatte seine Kandidatur als Erster bekannt gegeben - nur wenige Minuten nachdem Merkel angekündigt hatte, den CDU-Vorsitz abzugeben.

Auch Oettinger unterstützt Merz

Ein CDU-Vorsitzender Merz und Kanzlerin Merkel wären in der Lage, gut miteinander zusammenzuarbeiten, sagte Schäuble. "Das wären sie ganz sicher." Allerdings lobt Schäuble auch die beiden anderen Kandidaten Kramp-Karrenbauer und Spahn. "Wir haben drei außergewöhnlich gute Kandidaten."

Der Bundestagspräsident zeigt sich überzeugt, dass die Bundesregierung unabhängig vom Ausgang der Vorstandswahl auf dem Parteitag in Hamburg fortbestehen werde. "Diese Regierung ist gewählt und zwar für noch drei Jahre."

Auch Schäubles Parteifreund Oettinger stellte sich hinter Merz. "Ich werde auf dem Parteitag Friedrich Merz wählen", sagte der 65-jährige frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Daniel Günther für Kramp-Karrenbauer

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hatte sich am Montag für Annegret Kramp-Karrenbauer als künftige CDU-Vorsitzende ausgesprochen. Er werde die jetzige Generalsekretärin wählen und für sie werben, sagte Günther in Kiel. "Sie hat ihren Job als Generalsekretärin ausgesprochen gut gemacht."

als/dpa/Reuters
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