Grünenfraktion Göring-Eckardt von Özdemirs Kandidatur "überrascht"

Zusammen mit Kirsten Kappert-Gonther will Cem Özdemir Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter ablösen. Die Chefin der Grünenfraktion hatte den Schritt ihres Parteikollegen nicht erwartet.

Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir (Archivfoto)
Kay Nietfeld/ DPA

Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir (Archivfoto)


Grünenfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat nicht mit der Kandidatur von Cem Özdemir und Kirsten Kappert-Gonther für den Fraktionsvorsitz gerechnet. "Ich war überrascht, ich habe am Samstag wie alle anderen davon erfahren, dass es diese Kandidatur gibt", sagte sie vor einer Fraktionssitzung der Grünen im Bundestag.

Ex-Parteichef Özdemir und die Abgeordnete Kappert-Gonther hatten am Wochenende angekündigt, dass sie bei der Neuwahl des Fraktionsvorstands am 24. September gegen Göring-Eckardt und Anton Hofreiter antreten wollen. "Erst mal ist es ein Wettbewerb, der ist gut", sagte Göring-Eckardt.

Sie bekräftigte ihre Ambitionen, gemeinsam mit Hofreiter weiter die 67-köpfige Gruppe der Abgeordneten zu führen: Sie hätten die Fraktion immer verstanden "als die Institution, die die inhaltliche Arbeit für die Partei voranbringen muss, mit der Partei voranbringen muss, und dass wir sie aus der Mitte heraus führen, dass wir für Zusammenhalt stehen und auch für gemeinsame Schlagkraft". Das solle auch so bleiben.

In dieser Woche werde gemeinsam geklärt, wie das Wahlverfahren laufen solle, sagte Göring-Eckardt. Özdemir und Kappert-Gonther treten ausdrücklich im Team an, normalerweise wird aber einzeln gewählt.

asa/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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jonath2010 09.09.2019
1. Ohne Besinnung
Göring-Eckardt und ihre Statements im Jahre 2015 bei einer Aussprache der Evangelischen Synode in Bremen. Zum Beispiel: "Unsere Gesellschaft wird von den Flüchtlingen profitieren." Oder "Die Unternehmen bekommen nun endlich die erforderlichen Fachkräfte." Oder "Diese Menschen werden uns geschenkt." Oder "Deutschland wird sich verändern, ich freue mich drauf." Die Frage ist doch: Steht sie weiterhin zu diesen Sätzen, oder ist sie inzwischen zur Besinnung gekommen?
Europa! 09.09.2019
2. Nachhaltig
Nach den nächsten Wahlen wird die grüne Fraktion deutlich größer sein und braucht eine überzeugende Führung. Özdemir kann dafür sorgen, dass eine starke Regierung zustande kommt.
joachimpeter 09.09.2019
3. Nichts gegen Özdemir...
aber wenn er Göring-Eckardt als Fraktionsvorsitzende ablösen möchte, sollte er erst mal sachliche Gründe dafür vorbringen. Davon habe ich weder hier noch in anderen Quellen etwas gelesen, selber kann ich auch keine erkennen. Wenn er sich zurückgesetzt fühlt, ist das kein sachlicher Grund, sondern könnte allenfalls als Machtgier interpretiert werden. Und damit als klarer Grund, ihm seinen Wunsch nicht zu erfüllen.
Europa! 09.09.2019
4. Lieber joachimpeter,
Zitat von joachimpeteraber wenn er Göring-Eckardt als Fraktionsvorsitzende ablösen möchte, sollte er erst mal sachliche Gründe dafür vorbringen. Davon habe ich weder hier noch in anderen Quellen etwas gelesen, selber kann ich auch keine erkennen. Wenn er sich zurückgesetzt fühlt, ist das kein sachlicher Grund, sondern könnte allenfalls als Machtgier interpretiert werden. Und damit als klarer Grund, ihm seinen Wunsch nicht zu erfüllen.
Wenn Sie die Schwächen von Göring-Eckardt und Anton Hofreiter nicht sehen, dann sollten Sie mal den Bildschirm von Ihrem TV-Gerät putzen, die Avocados von Ihren Augen nehmen und den Ohrenarzt Ihres Vertrauens aufsuchen.
rilepho 09.09.2019
5. Özdemir brächte mehr reale Denkweise
Frau Göring-Eckardt sollte sich bei der Kirche engagieren. Ihr Hinweis zu den Flüchtlingsströmen 2015: "Wir bekamen Menschen geschenkt" war für mich der klare Hinweis, dass die politische Denkweise dieser Frau - zusammen mit ihrer offen zur Schau gestellten Schwärmerei für Frau Merkel unser Land nicht weiterführen kann. Heute haben wir einen deutlicheren Einblick in diese Angelegenheit und die Erkenntnis, dass fromme Wünsche bei diesem Problem nicht zielführend sein können, weder für unser Land noch für die Menschen, die sich gezwungen fühlen, ihre Heimat zu verlassen - ob begründet oder auch nicht.
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