Verhängnisvoller Versprecher Özdemir nennt FDP versehentlich "Schandfleck"

Manchmal kann nur ein Buchstabe entscheidend sein: Bei einer Rede hatte Cem Özdemir die FDP als "Schandfleck" bezeichnet. Er habe vielmehr NPD sagen wollen, stellte der Grünen-Chef nun klar und entschuldigte sich auf seiner Facebook-Seite.
Grünen-Chef Cem Özdemir: Muss sich für Versprecher entschuldigen

Grünen-Chef Cem Özdemir: Muss sich für Versprecher entschuldigen

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Berlin - Alles nur ein Buchstaben-Verwechsler betont Cem Özdemir, nur ein Versehen. In seiner Rede beim Landesparteitag in Leipzig hatte der Grünen-Chef versehentlich "FDP" statt "NPD" gesagt - und somit die Liberalen als "Schandfleck" bezeichnet. "Selbstverständlich war die NPD mit 'Schandfleck' gemeint", schrieb Özdemir am Dienstag auf seiner Facebook-Seite . "Im Eifer des Gefechts habe ich offenbar an der entsprechenden Stelle 'FDP' gesagt."

Von der Entschuldigung in dem sozialen Netzwerk lassen sich die Liberalen nicht besänftigen. Vielmehr bezweifeln einige weiterhin, dass es sich um einen Versprecher gehandelt habe. "Erst beleidigt Cem Özdemir uns Liberale, und dann will er uns offensichtlich auch noch für dumm verkaufen", sagte Juli-Chef Alexander Hahn. "Seine Entschuldigung nehme ich ihm nicht ab."

Und so lauteten die verhängnisvollen Worte Özdemirs am vergangenen Freitag: "Wir wollen in Sachsen die letzte schwarz-gelbe Koalition Deutschlands endlich beenden." Und weiter: "Die FDP braucht niemand, wenn es darum geht, Freiheitsrechte, Bürgerrechte, Autonomie und Emanzipation zu vertreten." Unterbrochen von Applaus fügte er hinzu: "Und schließlich wollen wir dafür sorgen, dass dieser Schandfleck FDP verschwindet."

Mehr als 400 Likes

In dem öffentlich einsehbaren Facebook-Post schreibt Özdemir: "Natürlich tut mir das leid. Die FDP ist für mich Mitbewerber, Konkurrent, manchmal Ärgernis, wie sicher auch umgekehrt, aber unter keinen Umständen ein Schandfleck. Das ist die NPD! Die gehört raus aus dem Landtag von Sachsen."

Während mehr als 400 Fans dem Eintrag ein "Gefällt mir" spendierten, wird darunter die Äußerung zerpflückt und diskutiert. "Eine glaubwürdige Entschuldigung geht anders", schreibt einer, "Kann doch mal passieren", ein anderer. Auch Patrick Kurth, ehemaliger FDP-Bundestagsabgeordneter, mischt sich ein: "Kann er ja froh sein, dass er 'im Eifer des Gefechts' nicht zwei Mal SPD gesagt hat. Dort ist nur ein Buchstabe Unterschied."

vek/dpa
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