Chaos im Irak Köhler fordert mehr europäisches Engagement

Bundespräsident Köhler hat die Europäer aufgefordert, sich stärker für den Wiederaufbau im Irak einzusetzen. Die Folgen des Irakkriegs seien nicht allein ein Problem der USA.


Berlin - Der Irakkrieg habe zu einem Desaster geführt, sagte Horst Köhler in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau". Die Folgen seien aber nicht nur ein Problem der Amerikaner. Das Ergebnis der US-Wahl werde deren Interesse an einer Zusammenarbeit "eher stärken".

Die Europäer sollten jetzt das Gespräch mit den USA über die Frage suchen, wie das transatlantische Verhältnis neu belebt werden könne, forderte Köhler. Dabei gehe es "um unsere gemeinsame Verantwortung, aber auch um gleiche Augenhöhe" sowie darum, "dass Verantwortung etwas kostet". Dabei hätten die Europäer sich "oft kunstvoll herausgeredet".

In der Irakpolitik seien die Europäer gefordert, "Farbe zu bekennen". Sie könnten aus eigenem Interesse nicht zulassen, "dass die Region im Chaos versinkt". Ohne ein "massives ökonomisches und soziales Aufbauprogramm" für den Irak komme man auf keinen Fall aus. Das berge politische Risiken und koste Geld, sei aber ohne echte Alternative.

phw/reuters

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