Chile Verfahren gegen Pinochet eingestellt

Augusto Pinochet kommt offenbar um eine Strafverfolgung herum. Das Verfahren gegen den früheren chilenischen Diktator ist jetzt eingestellt worden.


Augusto Pinochet
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Augusto Pinochet

Santiago de Chile - Ein chilenisches Gericht entschied in dem Präzedenzfall, der 85-Jährige sei einem Gerichtsverfahren psychisch nicht gewachsen. Rechtsexperten sagten, alle anderen Verfahren gegen Pinochet würden nun wahrscheinlich ebenfalls eingestellt werden. Ein medizinisches Gutachten war zu dem Ergebnis gekommen, der Ex-Diktator leide unter Demenz; die Staatsanwälte hatten dagegen argumentiert, es gehe ihm gut genug, um vor Gericht gestellt zu werden.

Pinochet stand wegen seiner Verstrickung in 57 Morde und 18 Entführungen kurz nach dem Militärputsch im September 1973 unter Anklage.

Zu Anfang des Jahres war Pinochet viertägigen medizinischen und psychologischen Tests unterzogen worden. Dabei war festgestellt worden, dass der 85-Jährige unter einer "leichten oder moderaten Demenz" auf Grund früherer Hirninfarkte leide. Ob das Verfahren deshalb eingestellt werden müsste, ist umstritten.

Schon Ende Mai hatte sich Staatsanwalt Raul Rocha in einem Bericht an das Gericht in der Hauptstadt Santiago für eine Einstellung des Verfahrens ausgesprochen. Rocha begründete seine Empfehlung mit dem in der Verfassung verankerten Recht eines jeden Menschen auf Leben.



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