Auswärtiges Amt Deutscher Botschafter in China nach wenigen Tagen im Amt gestorben

Erst Ende August hatte Jan Hecker seinen Posten angetreten. Nun ist der deutsche Botschafter in China plötzlich verstorben. Kanzlerin Merkel äußerte sich bestürzt über den überraschenden Tod.
Jan Hecker (mit Kanzlerin Angela Merkel im Januar 2020)

Jan Hecker (mit Kanzlerin Angela Merkel im Januar 2020)

Foto: Jens Schicke / imago images

Der deutsche Botschafter in China und Merkel-Vertraute Jan Hecker ist nach nur wenigen Tagen im Amt verstorben. »Mit tiefer Trauer und Bestürzung haben wir von dem plötzlichen Tod des deutschen Botschafters in China« erfahren, teilte das Auswärtige Amt am Montagmorgen mit. 

»Unsere Gedanken sind in diesem Moment bei seiner Familie und den Menschen, die ihm nahestanden«, hieß es weiter. Zu den genauen Todesumständen wollte das Auswärtige Amt auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP keine Auskunft geben.

Merkel drückt Mitgefühl für Familie aus

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich bestürzt. »Der Tod Jan Heckers erschüttert mich zutiefst«, sagte sie am Montagmorgen in einer in Berlin verbreiteten Erklärung. »Ich trauere um einen hochgeschätzten langjährigen Berater von tiefer Menschlichkeit und herausragender Fachkenntnis. Ich denke voller Dankbarkeit an unsere Zusammenarbeit und bin froh, mit ihm über Jahre so eng verbunden gewesen zu sein.« Sie fügte hinzu: »Mein tiefstes Mitgefühl gilt seiner Frau, seinen Kindern und den anderen Angehörigen in ihrem unermesslichen Schmerz.«

Hecker hatte erst Ende August sein Amt als Botschafter in Peking angetreten. Zuvor war der 54-Jährige außenpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewesen. Laut seinem offiziellen Lebenslauf war der Jurist verheiratet und hatte drei Kinder.

Hecker hatte im August nach der Ankunft in Peking mit seiner Familie zunächst die in China übliche Quarantäne wegen der Coronapandemie durchlaufen. Zuvor war er im Bundeskanzleramt seit 2017 Leiter der Abteilung Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik gewesen.

Von 2011 bis 2015 war der Rechts- und Politikwissenschaftler als Richter am Bundesverwaltungsgericht tätig, nachdem er von 1999 bis 2011 im Bundesinnenministerium gearbeitet hatte. In Peking übernimmt sein Vertreter, der Gesandte Frank Rückert, vorläufig seine Aufgaben.

jok/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.