Chirac bei Merkel Adieu mit Eisbein und Bier

Zum Abschied gab es eine Rose aus dem Garten von Ex-Kanzler Konrad Adenauer und ein Festessen mit Eisbein und Erbsenpüree: Seine letzte offizielle Reise als französischer Präsident hat Jacques Chirac zu Angela Merkel geführt.


Berlin - Jacques Chirac machte heute seine letzte Auslandsreise als Staatschef nach Berlin. Bundeskanzlerin Merkel empfing ihn als guten Freund. Der scheidende Präsident bedankte sich mit dem schon obligatorischen Handkuss und vielen warmen Worten für die Einladung der Kanzlerin. "Die Tatsache, dass ich meine letzte offizielle Reise nach Deutschland mache, ist für mich sehr wichtig und hat für mich einen großen symbolischen Wert", sagte er.

Obligatorischer Handkuss: Chirac sagt Merkel adieu
AP

Obligatorischer Handkuss: Chirac sagt Merkel adieu

Merkel dankte dem Präsidenten für seine langjährige Verbundenheit mit Deutschland. Er habe eine Politik in dem Geiste gemacht, dass die deutsch-französische Aussöhnung die Voraussetzung für die Einigung Europas ist. Zur Begrüßung salutierte vor dem Kanzleramt die deutsch-französischen Brigade. Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr spielte auf Wunsch des Präsidenten den "Marche Lorraine".

In einer kurzen Ansprache sagte Chirac, die deutsch-französische Freundschaft habe zu Frieden in Europa und zu einer Stärkung der Demokratie geführt. "Dies ist ein beachtlicher Erfolg", betonte er. "Wir müssen alles daran setzen, diesen Erfolg auch in Zukunft sicher zu stellen." Das Einverständnis zwischen Deutschland und Frankreich bringe die europäische Einigung voran.

Chirac würdigte auch die Leistungen Merkels als EU-Ratspräsidentin: "Unter Deiner Präsidentschaft haben wir schon vieles erreicht." Merkel erinnerte daran, dass Chirac in der ersten Rede eines ausländischen Staatschefs im wiedereröffneten Reichstagsgebäude den Satz gesagt hatte: "Es lebe Deutschland, es lebe Frankreich."

Dem fügte sie hinzu: "Es lebe die deutsch französische Freundschaft - Vive l'amitié franco-allemande." Nach der Begrüßung kamen Merkel und Chirac zu einem Abendessen zusammen. Auf Wunsch des Präsidenten gab es wie bei früheren Deutschlandbesuchen deftige Kost: Eisbein mit Erbsenpüree und Bier.

Am kommenden Sonntag werden die Franzosen in einer Stichwahl entscheiden, ob Ségolène Royal oder Nicolas Sarkozy das Präsidentenamt übernehmen wird. Die Amtsübergabe ist für Mitte Mai vorgesehen.

Chirac ist seit zwölf Jahren Staatschef. In dieser Zeit hat er mit drei Bundeskanzlern zusammengearbeitet: Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel.

Michael Fischer, AP



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