Hirte sieht den Osten vorn Wo man gut und gern leben kann

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, sagt Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg einen Aufschwung voraus. Industrie würde sich künftig dort ansiedeln - trotz der Erfolge der AfD.
Silhouette von Dresden mit der Frauenkirche (l.), der Katholischen Hofkirche, dem ehemalige Fabrikgebäude der Zigarettenfabrik Yenidze (M.) und dem Schlossturm (r.)

Silhouette von Dresden mit der Frauenkirche (l.), der Katholischen Hofkirche, dem ehemalige Fabrikgebäude der Zigarettenfabrik Yenidze (M.) und dem Schlossturm (r.)

Foto: Sebastian Kahnert/DPA

Vor zwei Jahren zog die CDU mit dem Slogan "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben" in den Bundestagswahlkampf. Der Beauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU) sieht dieses Versprechen nun vor allem für die ostdeutschen Länder erfüllt. Den fünf Bundesländern jenseits der Elbe sagt er eine glänzende Zukunft voraus. "Ich glaube, dass die Geschichte heute aufseiten des Ostens steht", so Hirte in einem Interview mit der "Welt".

Im Gegensatz zu vielen westdeutschen Zentren gebe es dort "bezahlbaren Wohnraum, ein großes Angebot an Kultur und fantastische Landschaften". Die Städte seien saniert, die Kinderbetreuung hervorragend. "Man kann im Osten gut leben. Die Abwanderung ist gestoppt", bilanzierte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Tesla als Pionier

Mit Blick auf die Ansiedlung des amerikanischen E-Auto-Unternehmens Tesla in Brandenburg sagte Hirte: "Ich gehe davon aus, dass die Ansiedlung von großen Industrieunternehmen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor allem im Osten stattfinden wird." Da gebe es nicht nur den Platz. Auch sei die Bereitschaft der Bevölkerung für industrielle Produktion und Infrastrukturbau stärker ausgeprägt als im Westen, sagte der in Thüringen geborene Jurist.

Zudem würden mehr Bundesbehörden im Osten angesiedelt, sagte er. "Das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten wird mit 1000 Mitarbeitern nach Brandenburg an der Havel gehen. Das ist nicht nur für die Stadt mit ihren 72.000 Einwohnern ein riesiges Signal."

Bezogen auf die Erfolge der AfD in den ostdeutschen Ländern sagte Hirte, er finde es "ungerecht, die AfD vor allem mit Ostdeutschland zu assoziieren". Sie habe auch in Baden-Württemberg, einem wohlhabenden Bundesland, über 15 Prozent erreicht. Es sehe derzeit nicht so aus, als ob die rechte Partei so schnell wieder verschwinde.

jat/dpa/AFP