Sexismusvorwurf Christian Lindner bittet um Nachsicht für Parteitagsspruch

Ohnehin nur wenig Frauen in der Partei - und nun auch noch ein Sexismusvorwurf: Nach einer umstrittenen Passage in seiner Parteitagsrede bemüht sich FDP-Chef Christian Lindner um Schadensbegrenzung.
"Nicht, was ihr jetzt denkt": Christian Lindner bei seiner Rede auf dem Parteitag in Berlin

"Nicht, was ihr jetzt denkt": Christian Lindner bei seiner Rede auf dem Parteitag in Berlin

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Bernd von Jutrczenka / dpa

"Ich denke gern daran, Linda, dass wir in den vergangenen 15 Monaten ungefähr 300-mal den Tag zusammen begonnen haben." Mit diesem Satz wollte FDP-Chef Christian Lindner die von ihm geschasste Linda Teuteberg eigentlich würdigen. So sagte er es zumindest. Doch schon die ersten, vereinzelten Lacher auf dem Parteitag am Samstag machten deutlich, dass der Satz auch anders aufgefasst werden konnte. Zumal Lindner danach stoppte. Erst nach einer kurzen Pause verdrehte er die Augen und schob nach: "Ich spreche über unser tägliches morgendliches Telefonat zur politischen Lage, nicht, was ihr jetzt denkt."

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Für das, was vielleicht ein Witz sein sollte, erntete Lindner Sexismus-Vorwürfe. Besonders für den politischen Gegner war die Sache klar: "Ist das schrecklich!", twitterte Renate Künast von den Grünen. Die Bundessprecherin der Grünen Jugend, Anna Peters, warf Lindner "Chauvinismus par excellence" vor. Parteikollege Konstantin von Notz schrieb : "Es ist besser, nicht Witze zu machen, als falsch Witze zu machen."

Auch vom potenziellen Koalitionspartner gab es Häme für den FDP-Chef: "#MissionAltherrenwitz statt #MissionAufbruch", schrieb  etwa Matthias Hauer von der CDU in Anspielung auf das Motto des Parteitags.

Später am Abend bemühte sich Lindner um Schadensbegrenzung: "Ich bitte um Nachsicht", twitterte er. Die Erwähnung der morgendlichen Telefonkonferenz sei kein Witz gewesen. Alles ein Missverständnis. Und: "Einmal auf Twitter bitte für den Angeklagten." Die Reaktionen auf seinen Tweet zeigen aber, dass die wenigsten zweifeln an der Intention des Parteichefs. Zumal auch der restliche Teil der Rede zu Teutebergs Abschied aus dem Parteipräsidium nach Meinung vieler Beobachter eher peinlich geriet.

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Teuteberg selbst äußerte sich bislang nicht zu der Angelegenheit. Zumindest nicht offiziell. Auf ihrem Twitteraccount verlinkte sie nur ihre Rede vom Parteitag und den Hinweis, dass sie bei der kommenden Bundestagswahl als Spitzenkandidatin der Brandenburger FDP antreten wird. Auf der Veranstaltung in Berlin hatte Teuteberg vor Lindner gesprochen. Ihr Fazit der gescheiterten Zusammenarbeit: "Es war mir eine Ehre und meistens eine Freude."

löw
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