Podcast "Stimmenfang" "Lieber berüchtigt als politisch tot"

Was würde Christian Lindner bei Jamaika-Verhandlungen heute anders machen? Ein Jahr nach dem Scheitern der Sondierungen erzählt der FDP-Chef im Podcast, was er bereut und warum er sich auf das Ende der Ära Merkel freut.

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Stimmenfang #75 - Herr Lindner, was haben Sie aus dem Scheitern von Jamaika gelernt?

Christian Lindner wäre auch ohne Neuwahlen bereit für eine Jamaika-Koalition auf Bundesebene - sollte die aktuelle Große Koalition platzen. "Egal ob vor oder nach einer Neuwahl des Bundestages, in der Zeit nach Frau Merkel sind wir offen für Gespräche" sagt der FDP-Chef im Podcast.

Er habe nach dem Platzen der Jamaika-Sondierungsgespräche vor einem Jahr keinen persönlichen Groll gegen die Bundeskanzlerin. Lindner wirft ihr allerdings vor, seit 2005 das Land nicht wirklich gestaltet und vorangebracht zu haben. "Deutschland wurde beruhigt, aber der Preis dieser Beruhigung ist, dass es unter Oberfläche inzwischen brodelt und dass wir viel Zeit verloren haben."

Christian Lindner im Stimmenfang-Studio
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Christian Lindner im Stimmenfang-Studio

Was Christian Lindner bei erneuten Jamaika-Verhandlungen anders machen würde, wie er sich mit den potenziellen Merkel-Nachfolgern versteht und warum sein Verhältnis zu den Grünen kompliziert ist, hören Sie in der aktuellen Folge von "Stimmenfang".

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Paul Max 22.11.2018
1.
Ich verstehe beim besten Willen nicht, wieso uns Herr Lindner, mit seinen unmaßgeblichen Meinungsäußerungen ständig zitiert wird. Das Ende seiner politischen Aktivitäten war ja schon mal erreicht, und ich kann nicht feststellen, und was sein Wiederauftauchen gebessert haben soll. Eins steht fest: Sein Verschwinden aus der Politik wird sicher deutlich weniger bedeutsam, als der Rückzug einer über 3 Legislaturperioden erfolgreichen Kanzlerin Merkel. Sein Verschwinden werden wohl nur einige Medien registrieren und bedauern.
hardy_knorrig 22.11.2018
2. In die Sackgasse manövriert
Mich würde tatsächlich mal eher ein Artikel interessieren, in welchem der SPIEGEL (so wie früher halt) mal die Lage der FDP beleuchtet. Die Partei ist strategisch völlig festgefahren, Lindners latentes Rechtsblinken hat der FDP Zuwächse versperrt, von denen die Grünen heute profitieren und die nächste Jamaikaverhandlung wird um einiges unangenehmer als die letzte - sofern die Zustimmungswerte so bleiben wie aktuell. Die FDP hatte schon immer ein bißchen Pech mit der Realität. In "Blau-Gelb verdrängt Grün!" sagte Lindners Kollege Buschmann, einst die Entwicklung des Vierparteiensystems zu einem Dreiparteiensystem voraus - kurz darauf war es ein Fünfparteiensystem. Geschichte wiederholt sich.
kael 22.11.2018
3. Kein Empfehlungsschreiben für Herrn Lindner
Wer aus den 2-stelligen dramatischen Verlusten von Union und SPD für sich und seine FDP kaum neue Wähler gewinnt, scheint (um es positiv zu formulieren) politisch entweder abseits zu liegen oder (um es negativ zu formulieren) überhaupt nicht wahrgenommen zu werden. Letzteres ist wohl eher zutreffend. So gesehen halte ich die ständige mediale Präsenz von Herrn Lindner durch nichts gerechtfertigt. Um es auf den Punkt zu bringen: Mit diesem Vorsitzenden, der ja bereits in der Ära Westerwelle eine tragende Rolle spielte, ist kein FDP-Staat zu machen.
wrkffm 22.11.2018
4.
Der Mann sollte lieber wieder einen normalen Job machen, um seinen Unterhalt zu verdienen. Die Aussichten, für ein extrem lukratives Angebote aus der Wirtschaft, muss er sich aber erst durch befriedigte Lobbyisten und einem längeren Mandat erarbeiten.
s.l.bln 22.11.2018
5. Unseriös...
...wär noch geschmeichelt. Man erinnere sich an den durchchoreographierten Abgang nach den an der FDP gescheiterten Jamaikaverhandlungen. Zeitgleich zum vor dem Gebäude aufgesagten Spruch( besser gar nicht...blabla... als...bla...) war bereits das vom Graphiker dazu entworfene Logo in den sozialen Netztwerken aufgetaucht. Was für ein Schauspiel. Schuld waren natürlich die Grünen, mit ihren völlig weltfremden Forderungen, obwohl jeder Interessierte mitbekommen konnte, daß die drei anderen beteiligten Parteien incl. der Grünen praktisch jede Forderung der FDP abgenickt hatten, um das irgendwie zum Abschluß zu bringen. 20 seiner medialen Roatationen später hört man Herrn Lindner nun verblüffenderweise sagen, daß er mit den Grünen gerne regieren möchte, auch ohne Neuwahlen und wenn nötig, sogar schlecht. Hauptsache irgendwie regieren. Aber natürlich nur, wenn die Merkel weg ist. Die ist schließlich das Problem. Weiß doch jeder. Ich übersetze mal: "wir hatten nie vor Jamaica zu realisieren und hatten fälschlicherweise angenommen, wenn wir uns besonders kernig und kompromisslos geben, würden die dann erfolgenden Neuwahlen uns eine noch bessere Position bescheren. Leider haben wir die Rechnung ohne die Sozen gemacht. Neuwahlen gab es nicht, unsere Werte sind geschrumpft, Mutti dankt ab und der neoliberale Nachfolger könnte uns bei der Wahl so viele Stimmen kosten, daß wir vielleicht wieder raus sind. Bloß schnell koalieren und die Schuld am ersten Scheitern geben wir Merkel. Die ist dann eh weg und die Leute wissen sowieso nicht mehr, was vor ein paar Monaten war".
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