Klimapolitik Junge Liberale kritisieren FDP-Chef Lindner

Klimaschutz ist nur was für Profis? Der FDP-Nachwuchs drängt Parteichef Lindner, auf die "Fridays for Future"-Aktivisten zuzugehen. Nach SPIEGEL-Informationen fordern die Jungen Liberalen eine empathischere Politik.
Junge Liberale demonstrieren während des Dreikönigstreffens der FDP in Stuttgart

Junge Liberale demonstrieren während des Dreikönigstreffens der FDP in Stuttgart

Foto: Sebastian Gollnow/ DPA

Die Jungen Liberalen haben die Parteispitze aufgefordert, das Verhältnis der FDP zu den Aktivisten von "Fridays for Future" zu verbessern. "Wir erwarten von Freien Demokraten auf allen Ebenen einen empathischen Umgang mit gesellschaftlichen Bewegungen", heißt es in einem Strategiepapier des erweiterten Bundesvorstands, das dem SPIEGEL vorliegt.

FDP-Chef Lindner hatte die "Fridays for Future"-Aktivisten mit dem Satz brüskiert, Klimapolitik sei eine Sache für Profis. "Gerade junge Menschen erwarten dabei einen politischen Stil, der auf persönliche Angriffe und negative campaigning verzichtet", so die Verfasser. Dazu sei auch eine klarere Positionierung in der Klimapolitik notwendig. Der Juli-Vorstand fordert ein "Treibhauslimit", das mit "handelbaren Klimascheinen" erreicht werden solle.

Christian Lindner

Christian Lindner

Foto: Michael Kappeler/ DPA

Das Papier ist auch eine Abrechnung mit dem enttäuschenden Europawahlergebnis der FDP. "Dem Anspruch einer empathischen Zukunftspartei sind die Freien Demokraten im Europawahlkampf 2019 nicht gerecht geworden", schreiben die Verfasser. "Wenn die FDP in der Klimapolitik souveräner und optimistischer aufgetreten wäre, hätten wir bei jungen Wählern noch mehr gepunktet", sagte die Juli-Vorsitzende Ria Schröder dem SPIEGEL.

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg nannte das Papier einen konstruktiven Beitrag: "Wir haben Verbesserungspotenzial ausgemacht und werden weiter daran arbeiten."

csc
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