Äpfel gegen Putin "Sie sollten essen, ich sollte essen, wir sollten essen"

Der deutsche Landwirtschaftsminister Schmidt wirbt fürs Äpfelessen - nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern als Zeichen gegen das russische Import-Embargo. Nun setzt er noch einen drauf.
Minister Schmidt mit Apfel: Fünf Portionen Obst am Tag

Minister Schmidt mit Apfel: Fünf Portionen Obst am Tag

Foto: REUTERS

Berlin - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist offenbar ein Freund markiger Slogans: "An apple a day keeps the Putin away!" sagt der CSU-Politikers, der seine Forderung nun erweitert hat: "Sie sollten essen, ich sollte essen, wir sollten essen", sagte Schmidt am Dienstag im Deutschlandfunk auf die Frage, ob die Europäische Union vom russischen Importstopp betroffenes Obst aufkaufen und vernichten solle.

"Man kann natürlich nicht lamentieren darüber, dass es viel Obst gibt, und kein Obst essen", sagte Schmidt weiter. Er forderte die Bevölkerung daher wegen des russischen Lebensmittel-Embargos zum Verzehr betroffener Produkte auf. Obst könne man "zu Beginn am frühen Morgen" und "fünfmal am Tag" essen. Er sei auch dafür, das Programm für die Ausgabe von Obst in Schulen auszudehnen.

Außerdem solle die Branche sich nach neuen Absatzmärkten umsehen, sagte Schmidt. Russland sei nicht "das einzige Land", das Äpfel brauche. Exportziele seien etwa auch in Asien und Südamerika zu finden.

Keine "Eins-zu-eins-Entschädigung"

Russland hat einen Lebensmittel-Importstopp für Fleisch, Obst, Gemüse und Milchprodukte aus der EU, den USA, Kanada, Australien und Japan verhängt. Damit reagierte der Kreml auf die vom Westen wegen der Ukraine-Krise verhängten Wirtschaftssanktionen. Zwar sei jetzt Unterstützung von der EU sinnvoll, sagte Schmidt, die Bauern sollten aber nicht mit einer "Eins-zu-eins-Entschädigung" rechnen.

Schmidt erklärte zudem, die Auswirkungen des russischen Embargos seien bislang "überschaubar". Zuletzt hatte Schmidt bereits betont, dass Russland von den Sanktionen vor allem selbst betroffen sei: "Die Preise steigen, die Selbstversorgung in Russland ist auf unter 60 Prozent anzusetzen. Wladimir Putin müsse Nahrungsmittel von außen importieren. Am Dienstag trifft sich Schmidt mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen in Bonn, um über die Auswirkungen des russischen Embargos zu sprechen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels haben wir berichtet, dass Landwirtschaftsminister Schmidt auf Plakaten für das Essen von Äpfeln wirbt. Dies ist nicht korrekt, wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

mxw/AFP