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10. April 2000, 12:36 Uhr

Christian Wulff

Der ewig junge Wilde

Essen - Zu Hause in Niedersachsen blieb Christian Wulff der politische Erfolg bislang verwehrt. Doch bundespolitisch hat der CDU-Politiker an Statur gewonnen. Zwar kommt dem 40-Jährigen innerparteiliche Kritik, die ihn einst zum Anführer der "jungen Wilden" werden ließ, kaum noch über die Lippen. Doch profilierte sich der einstige Bewunderer Helmut Kohls als einer der schärfsten Kritiker des Alt-Bundeskanzlers. Er legte ihm wegen der CDU-Spendenaffäre sogar den Verzicht auf sein Bundestagsmandat nahe.

Christian Wulff
REUTERS

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Zur neuen Parteichefin Angela Merkel hat Wulff ein enges Verhältnis. Eigene bundespolitische Ambitionen über das Amt des Parteivizes hinaus wurden ihm zwar oft nachgesagt. "Meine politische Heimat ist in Niedersachsen", versichert er stets. Dort will er 2003 schaffen, was ihm 1994 und 1998 misslungen ist: die seit 1990 regierende SPD in die Opposition zu schicken. In den eigenen Reihen spürt Wulff Gegenwind. So erhielt er im März bei der Wiederwahl zum CDU-Landtagsfraktionschef überraschend viele Nein-Stimmen.

Wulff macht fast von Kindesbeinen an Politik. 1978 bis 1980 war er Bundesvorsitzender der Schüler-Union, von 1983 bis 1985 Landeschef der Jungen Union. 1994 zog er in den niedersächsischen Landtag ein. Im selben Jahr wurde er Fraktions- und Landeschef. 1998 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt.

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