Türkische Modefirma Christian Wulff hat einen neuen Job

Altbundespräsident Christian Wulff arbeitet laut einem Zeitungsbericht als Prokurist für eine türkische Modefirma. SPD und Linke zeigen sich irritiert.
Christian Wulff mit Gattin Bettina (im Januar in der Hamburger Elbphilharmonie)

Christian Wulff mit Gattin Bettina (im Januar in der Hamburger Elbphilharmonie)

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Ein neuer Nebenjob des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff löst bei SPD und Linkspartei angesichts seines Ehrensolds Kritik aus. Laut "Bild am Sonntag" arbeitet Wulff seit Ende April als Prokurist für die Deutschland-Tochter des türkischen Modelabels Yargici. Ende Mai waren Wulff und seine Ehefrau Bettina Stargäste bei der Ladeneröffnung des ersten deutschen Yargici-Geschäfts in Hamburg.

Angesichts seines Ehrensolds, der aktuell bei 236.000 Euro pro Jahr liegt, kritisiert die SPD Wulffs privatwirtschaftliches Engagement. Der stellvertretende Parteivorsitzende Ralf Stegner sagte der "BamS": "In der Regel übernehmen Altbundespräsidenten Ehrenämter und werden nicht Prokuristen von Modefirmen. Der lebenslange Ehrensold wird schließlich gewährt, damit ehemalige Staatsoberhäupter nicht gezwungen sind, sich etwas dazuverdienen zu müssen."

Die Linkspartei will die Gesetze über die Versorgung der früheren Bundespräsidenten ändern. Fraktionschefin Sahra Wagenknecht sagte der "BamS": "Es kann nicht sein, dass Wulff jährlich 236.000 Euro vom Steuerzahler erhält und private Einkünfte überhaupt nicht angerechnet werden. Das ist inakzeptabel und befördert Politikverdrossenheit. Wir werden im Bundestag einen Antrag einbringen, der diesen Missstand behebt."

Yargici-Geschäftsführer Erik Schaap erklärte: "Im Grunde war es Herr Wulff, der das Unternehmen dazu motiviert hat, in Deutschland zu starten." Wulff begleite die Firma seit dem Markteintritt Anfang 2016 juristisch.

Wulff selbst wollte sich zu seinem Verdienst als Prokurist nicht äußern. Über eine Mitarbeiterin ließ er ausrichten: "Sie wissen, dass das rechtsanwaltliche Standesrecht uns verbietet, solche Fragen zu beantworten."

wal
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