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04. Dezember 2014, 09:14 Uhr

Anruf bei Kai Diekmann

Museum veröffentlicht Wulffs Mailbox-Nachricht

"Der Rubikon ist überschritten": Diesen Satz und noch mehr sprach der damalige Bundespräsident Christian Wulff dem Chefredakteur der "Bild"-Zeitung auf die Mailbox. In einem Leipziger Museum kann sich nun jeder die ganze Nachricht anhören.

Leipzig - Es war einer der Fehler, die schließlich zum Rücktritt von Christian Wulff führten: Am 21. Dezember 2011 rief der damalige Bundespräsident beim Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, Kai Diekmann, an und sprach dem Journalisten auf die Mailbox. Mit dem Anruf wollte Wulff Einfluss auf den Inhalt und den Zeitpunkt der Veröffentlichung zu seinem umstrittenen Hauskredit nehmen. Der Versuch ging nach hinten los - zwei Monate später trat er vom Amt des Staatsoberhauptes zurück.

Einige Zitate aus der Mailbox-Nachricht, etwa die Bemerkung "der Rubikon ist überschritten", sind bekannt. Doch nun kann sich jeder den erbosten Bundespräsidenten erstmals im Originalton anhören. Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig veröffentlicht den Tonbandmitschnitt im Rahmen der Ausstellung "Unter Druck! Medien und Politik", die an diesem Donnerstag eröffnet wird.

Die Ausstellung beleuchtet die Rolle der Medien in Deutschland seit 1945. Dabei soll es nach Angaben der Organisatoren auch um Medienkampagnen und -skandale in der Bundesrepublik gehen.

syd

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