»Wir haben keine Zeit« Bundeswehrverband mahnt Verteidigungsministerin Lambrecht zu schnellem Handeln

Christine Lambrecht steht seit Wochen in der Kritik, auch der Bundeswehrverband macht jetzt Druck auf die SPD-Politikerin: Die Herausforderungen für die Truppe seien gewaltig.
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht

Foto: Philipp Schulze / dpa

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, André Wüstner, hat die in der Kritik stehende Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) zu schnellen und konsequenten Entscheidungen ermahnt. »Wir haben keine Zeit«, sagte Wüstner am Montagabend in den ARD-»Tagesthemen«. Die Herausforderungen für die Bundeswehr im Bereich Personal, Material und Infrastruktur seien gewaltig, und Geschwindigkeit sei »das Gebot der Stunde«. Er fügte hinzu: »Die Zeitenwende muss endlich spürbar werden.«

Wüstner nannte die Verteidigungspolitik der vergangenen Jahre in der Ära der Großen Koalition und davor »katastrophal«. Dies sei zwar eine Bürde für Lambrecht, allerdings sei sie auch mit einem sicherheitspolitisch nicht erfahrenen Team angetreten. Ihn verwundere, dass auch Politiker aus den Reihen der Ampelkoalition nun offen Kritik üben würden, etwa im Zusammenhang mit Risiken beim Milliardenprojekt der neu zu beschaffenden Kampfjets vom Typ F-35. Wüstners Einschätzung: »Ich glaube, es gibt Kommunikationsdefizite.«

Zwar seien mit dem »Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz« erste Maßnahmen getroffen worden, doch Lambrecht bleibe gefordert, ihre Lösungskompetenz unter Beweis zu stellen, betonte der Oberst.

Der Bundeswehrverband ist eine Interessenvertretung der Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeitenden der Bundeswehr.

In einem Interview mit dem SPIEGEL  hatte Lambrecht zuletzt erklärt: »Was in Jahren und Jahrzehnten versäumt worden ist, kann auch ich nicht im Handstreich wieder in Ordnung bringen. Die Bundeswehr ist über Jahrzehnte heruntergespart worden und nun gibt es für mich richtig viel zu tun.« Sie habe eine Menge Entscheidungen getroffen, die jahrelang liegen geblieben waren. Etwa die Beschaffung von F-35-Kampfjets, den neuen schweren Transporthubschrauber, die Bewaffnung von Drohnen.

mfh/dpa
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