Bundespräsidentenwahl Linke will Armutsforscher Butterwegge ins Rennen schicken

Die Linkspartei will Hartz-IV-Kritiker Christoph Butterwegge als Kandidaten fürs Schloss Bellevue aufstellen. Aussichten auf einen Sieg hat der Professor allerdings nicht.
Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge

Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge

Foto: Jörg Carstensen/ picture alliance / dpa

Die Linkspartei will nach Informationen des SPIEGEL und weiterer Medien den Kölner Sozialwissenschaftler und Armutsforscher Christoph Butterwegge für die Bundespräsidentenwahl im Februar nominieren. Sollten Partei- und Fraktionsführung zustimmen, will die Partei den 65-Jährigen am Montag bei einer Pressekonferenz als ihren Kandidaten präsentieren.

"Ich bin grundsätzlich bereit", sagte Butterwegge dem SPIEGEL. Allerdings hat der Kölner Professor für Politikwissenschaft keine Chance, zum Staatsoberhaupt gewählt zu werden. Die Linke verfügt in der Bundesversammlung, die den Präsidenten wählt, nur über 94 von 1260 Stimmen. Der Kandidat der Großen Koalition, Frank-Walter Steinmeier, ist der erwartbare Sieger.

Es geht der Linken aber ohnehin mehr um ein Signal: Butterwegge hat sich als Kritiker der sozialen Ungerechtigkeit in Deutschland und der Hartz-Reformen der rot-grünen Bundesregierung profiliert. "Die Spaltung in Arm und Reich vertieft sich immer mehr", sagte Butterwegge dem SPIEGEL. "Dieses Thema will ich in die Öffentlichkeit tragen."

Schon 2012 war Butterwegge im Gespräch als Linken-Kandidat für die Bundespräsidentenwahl, damals hatte er jedoch abgesagt. Am Ende schickte die Partei die Journalistin und Nazijägerin Beate Klarsfeld in die Bundesversammlung.

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