Chronologie Das erste Bündnis für Arbeit gab es 1995

Hamburg - IG Metall-Chef Klaus Zwickel schlägt das Bündnis für Arbeit 1995 vor - 1996 zerbricht es schon nach drei Monaten am Streit um die Lohnfortzahlung für Kranke. Da regiert noch Kanzler Helmut Kohl (CDU). Sein Nachfolger Gerhard Schröder (SPD) lässt das Bündnis wieder aufleben. Das Ziel von Bundesregierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften: Die Entwicklung gemeinsamer Strategien gegen die Arbeitslosigkeit.

Die Chronologie:

November 1995: IG-Metall-Chef Klaus Zwickel schlägt ein Bündnis für Arbeit vor. Seine Gewerkschaft will sich 1997 mit Lohnabschlüssen in Höhe der Inflationsrate begnügen, wenn die Unternehmen im Jahr davor 100.000 Stellen schaffen.

Dezember 1995: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) weitet den Vorstoß Zwickels auf die gesamte Wirtschaft aus und bietet ein Bündnis für Arbeit auf allen Ebenen und in allen Branchen an.

Januar 1996: In Kanzlerrunden verabreden Regierung, Wirtschaft und Gewerkschaften ein "Bündnis für Arbeit und Standortsicherung". Bis zum Jahr 2000 wollen sie die Arbeitslosenzahl halbieren. Die Regierung verspricht, Steuern zu senken und die Sozialbeiträge unter 40 Prozent zu drücken. Die Gewerkschaften sagen Lohnzurückhaltung zu.

April 1996: Das Bündnis für Arbeit platzt. Die Gewerkschaften steigen aus den Kanzlerrunden aus. Sie werfen der Regierung Wortbruch vor, weil diese trotz anderer Abmachungen die gesetzliche Mindestlohnfortzahlung für Kranke auf 80 Prozent kürzt.

Oktober 1997: IG-Metall-Chef Klaus Zwickel bietet ein neues Bündnis nach der Bundestagswahl im September 1998 an. Dem schließen sich der DGB und Einzelgewerkschaften an.

April 1998: SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder kündigt für den Fall eines Wahlsieges ein neues Bündnis für Arbeit an.

7. Dezember 1998: Nach dem Wahlsieg von Rot-Grün trifft sich der neue Kanzler Schröder mit Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertretern zur ersten Bündnisrunde. Es werden Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenfeldern gebildet.

25. Februar 1999: Beim zweiten Bündnisgespräch gibt die Wirtschaft eine Lehrstellenzusage für 1999, konkrete Zahlen nennt sie nicht.

6. Juli 1999: DGB und BDA legen beim dritten Bündnisgespräch überraschend ein gemeinsames Positionspapier vor. Darin sichern die Arbeitgeber zu, Überstunden abzubauen, Teilzeit sowie Altersteilzeit zu fördern und ihr Lehrstellenangebot auszuweiten. Die Gewerkschaften stellen Tarifreformen und eine längerfristig verlässliche Tarifpolitik in Aussicht: "Produktivitätssteigerungen sollen vorrangig der Beschäftigungsförderung dienen."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.