TV-Duell Empörung über Moderator Strunz

Unvollständige Zitate, falsche Zahlen, tendenziöse Bemerkungen: Ein Moderator hat beim TV-Duell viele Zuschauer verärgert. "Stellt Claus Strunz die Fragen oder Alexander Gauland?"
Moderator Claus Strunz

Moderator Claus Strunz

Foto: Dpa/ dpa

Beim TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz hat Moderator Claus Strunz mit populistischen Formulierungen gespielt und ist nicht bei der Wahrheit geblieben - unter den Zuschauern sorgte er damit für Empörung.

Bereits zu Beginn der Debatte leistete sich Strunz einen schweren Fehler, als er ein Zitat von Schulz aus dem Zusammenhang riss. Schulz habe die Mehrzahl der Flüchtlinge in Deutschland einmal als "Gold" bezeichnet - ob er das heute so wiederholen würde, wollte der Moderator wissen. Schulz konterte, Strunz müsse das Zitat schon vollständig wiedergeben: "Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold", hatte der SPD-Politiker im Original gesagt. "Es ist der unbeirrbare Glaube an den Traum von Europa. Ein Traum, der uns irgendwann verloren gegangen ist."

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Durch die Verkürzung des Zitats rückte Strunz die Aussage in einen anderen Kontext und suggerierte einen unkritischen Umgang Schulz' mit Flüchtlingen in Deutschland. In sozialen Netzwerken nutzen AfD-Anhänger diese verkürzte Version ("wertvoller als Gold!") immer wieder.

Auf Twitter echauffierten sich die Nutzer, Strunz bringe mit seiner Gesprächsführung Positionen der rechtspopulistischen AfD prominent ein.

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Als Merkel und Schulz sich weiter zur Flüchtlingskrise äußern sollten, konfrontierte Strunz sie zunächst mit einer Zahl: Demnach sollen sich aktuell 226.000 Ausreisepflichtige in Deutschland aufhalten, sagte der Moderator.

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Richtig ist, dass zum Stichtag 30. Juni 2017 insgesamt 226.457 Menschen ausreisepflichtig waren, davon waren allerdings 159.678 geduldet. Für Asylbewerber sieht die Situation noch einmal anders aus (mehr dazu lesen Sie in unserem Format "Endlich verständlich" zur Flüchtlingskrise).

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"Wann sind die weg?", fragte Strunz. Auch diese scharfe Formulierung brachte dem studierten Politikwissenschaftler und früherem Chefredakteur der "Bild am Sonntag" harsche Kritik im Netz ein.

Dass Strunz neben seinen Co-Moderatoren Sandra Maischberger, Maybritt Illner und Peter Kloeppel polarisieren würde, hatten Beobachter im Vorfeld des TV-Duells erwartet. Bereits in der Debatte der Spitzenkandidaten von FDP, Linke, AfD und Grünen Ende August hatte der Sat.1-Vertreter gezeigt, wie er den Zuschauern politische Probleme vermitteln will: möglichst persönlich, möglichst tendenziös.

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Die einen sehen Strunz als populistischen Scharfmacher, die anderen verstehen ihn als einen, der Klartext redet. So heißt denn auch das Format, mit dem er aktuell bei Sat.1 zu sehen ist: "Wahl 2017: Die 10 wichtigsten Fragen der Deutschen. Klartext mit Claus Strunz".

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Strunz präsentiert außerdem als Nachfolger von Ulrich Meyer ebenfalls auf Sat.1 die Sendung "Akte" und tritt als Kommentator auf. Der Sender hat sich bislang nicht zum Auftritt seines Moderators während des TV-Duells geäußert.

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