Kampf gegen Corona Berliner Amtsärzte fordern neue Lockerungsstrategie

Inzidenzen bildeten nicht das wirkliche Infektionsgeschehen ab, beklagen Berlins Amtsärzte. Sie fordern einen neuen Ansatz in der Coronakrise: ein »Frühwarnsystem«, das sich an Altersgruppen orientiert.
Brandenburger Tor in Berlin: »intensive Maßnahmen der Infektionsprävention«

Brandenburger Tor in Berlin: »intensive Maßnahmen der Infektionsprävention«

Foto: Michael Kappeler/ DPA

Berlins Amtsärzte fordern nach einem Medienbericht einhellig, Lockerungen der Corona-Maßnahmen nicht mehr an generelle Inzidenzwerte zu knüpfen. Es sei »nicht zielführend, Eindämmungsmaßnahmen an Inzidenzen von 20/35/50« zu koppeln, heißt es laut dem »Tagesspiegel« in einer Stellungnahme aller zwölf Amtsärzte für die Senatskanzlei.

Stattdessen schlagen die Mediziner demnach »intensive Maßnahmen der Infektionsprävention« für Alte und Kranke vor. Gleichzeitig solle eine Abmilderung der Maßnahmen für andere Gruppen wie Schulkinder geben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

»Diese Inzidenzen bilden nicht das wirkliche Infektionsgeschehen ab«, schreiben demnach die Amtsärzte. Die Inzidenzen seien von Testkapazitäten und dem Testwillen der Menschen abhängig. »Dadurch kommt es zu Schwankungen, die nicht die infektiologische Lage widerspiegeln«, zitiert das Blatt die Berliner Ärzte. Notwendig sei eine nach Altersgruppen ausgerichtete Inzidenzanalyse als »Frühwarnsystem«.

Aus dem Kreis der Amtsärzte hieß es laut »Tagesspiegel«, es sei ein »großer Unterschied«, ob bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Menschen über 80 durchgeimpft und alle Infizierten symptomfreie Kinder seien – oder ob vor allem Risikogruppen betroffen seien. Danach müsse man die politischen Maßnahmen ausrichten.

asa/dpa
Mehr lesen über