Steigende Infektionszahlen Deutschland stuft Spanien und Niederlande als Hochinzidenzgebiete ein

Bisher galten Spanien und die Niederlande als Risikogebiete. Nun werden beide Länder zu Corona-Hochinzidenzgebieten erklärt. Damit ändern sich die Regeln für Reiserückkehrer.
Strand im Osten Spaniens: Seit Ende Juni sind die Coronazahlen praktisch überall im Land rapide in die Höhe geschossen

Strand im Osten Spaniens: Seit Ende Juni sind die Coronazahlen praktisch überall im Land rapide in die Höhe geschossen

Foto: Pep Morell / EPA

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Spanien und die Niederlande ab Dienstag als Hochinzidenzgebiet ein. Das teilte das Robert Koch-Institut in Berlin mit.

Damit gilt für Reiserückkehrer, die nicht geimpft oder von Corona seit bis zu sechs Monaten genesen sind, eine zehntägige Quarantänepflicht. Bei Hochrisikogebieten kann ein vorgelegter Negativtest erst nach fünf Tagen von der Quarantänepflicht befreien.

Angaben des Reiseverbandes DRV zufolge machen aktuell etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub – etwa 60 Prozent von ihnen auf den Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren und der Rest auf dem Festland. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland.

Rund 475.000 Neuinfektionen binnen eines Monats in Spanien

Seit Ende Juni sind die Coronazahlen praktisch überall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Das Land hat mit die schlechtesten Werte ganz Europas. Binnen eines Monats wurden rund 475.000 Neuinfektionen gezählt, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf jetzt 333.

Auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen lag die Inzidenz zuletzt sogar bei 365. Vor allem junge, noch nicht geimpfte Menschen infizierten sich bei Partys und Musikfestivals, meist mit der ansteckenderen Delta-Variante. Im Corona-Hotspot Katalonien mit Barcelona als Touristenmetropole liegt die 14-Tage-Inzidenz bei den 20- bis 29-Jährigen derzeit bei schwindelerregenden fast 3200.

Die Niederlande waren am vergangenen Sonntag als erstes der neun Nachbarländer Deutschlands wieder ganz als Risikogebiet eingestuft worden. Seit Anfang Juli waren dort die Infektionszahlen um 500 Prozent innerhalb einer Woche gestiegen. Höhepunkt war eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 415 am Dienstag. Zuvor hatte die Regierung fast alle Coronamaßnahmen aufgehoben.

Delta-Variante breitet sich aus

Vor allem in Diskotheken, bei Festivals und Partys hatte sich die Delta-Variante des Virus rasant verbreitet. Gerade junge Menschen bis 29 Jahre infizierten sich. Auch die Patientenzahlen in den Krankenhäusern nehmen seither deutlich zu.

Die Regierung der Niederlande zog vor zwei Wochen die Notbremse. So bleiben Diskotheken und Nachtklubs nun geschlossen, Festivals sind untersagt. Seit einigen Tagen sinken die Infektionszahlen wieder. Zuletzt waren am Donnerstag etwa 6300 neue Fälle registriert worden. Die Inzidenz liegt nun bei etwa 361. Mehr als 50 Prozent der etwa 17 Millionen Einwohner sind bereits vollständig geimpft. Rund 70 Prozent haben mindestens eine Dosis erhalten.

Auch Georgien wird Hochinzidenzgebiet

Auch Georgien wird von Deutschland als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Dänemark – mit Ausnahme von Grönland – gilt nun als einfaches Risikogebiet. Das gilt auch für Teile Frankreichs: die Regionen Korsika, Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d'Azur und das Übersee-Département Martinique. Einfache Risikogebiete sind nun auch Irland, Malta und Monaco.

asc/Reuters/dpa
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